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Der Rubel fällt wieder

Gestern hatte Russland das Ende der Rubel-Krise verkündet, heute ging die russische Währung wieder auf Talfahrt.

Vor allem ärmere Haushalte horten seit einigen Wochen wichtige Güter aus Angst vor dem Verfall des Rubels und Inflation: Ein Angestellter zählt Rubel in einem Geschäft. (26. Dezember 2014)
Vor allem ärmere Haushalte horten seit einigen Wochen wichtige Güter aus Angst vor dem Verfall des Rubels und Inflation: Ein Angestellter zählt Rubel in einem Geschäft. (26. Dezember 2014)
Ilya Naymushin, Reuters

Einen Tag nachdem Russlands Finanzminister Anton Siluanow den Kursverfall der russischen Währung für beendet erklärt hatte, verlor der Rubel am Freitag erneut vier Prozent an Wert und notierte am Abend bei mehr als 65 Rubel für einen Euro. Damit endete eine fünftägige Kurserholung, während der der Rubel um bis zu 15 Prozent zugelegt hatte.

Seit Anfang des Jahres hat der Rubel mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Die Zentralbank versuchte, mit drastischen Zinserhöhungen auf mittlerweile 17 Prozent gegenzusteuern. Die Bevölkerung reagierte mit einem Kaufrausch, weil viele mit steigenden Preisen rechneten und sich schnell noch mit hochwertigen Gütern, wie Autos, Möbel oder Computern eindecken wollten.

Fünfjahrestief bei Devisenreserven

Schliesslich verpflichtete die Regierung fünf grosse Exportfirmen zum Verkauf ihrer Devisenüberschüsse. Gleichzeitig warf die Zentralbank hohe Devisenbeträge auf dem Markt, um den Rubel zu stützen. Bis Freitag mit einigem Erfolg, allerdings zum Preis sinkender Devisenreserven. Am Donnerstag betrugen diese nach Angaben der Zentralbank weniger als 328 Milliarden Euro - so wenig wie seit 2009 nicht mehr.

Die russische Wirtschaft leidet unter dem Verfall des Ölpreises und den Sanktionen, die westliche Länder im Zuge des Konflikts um die Ostukraine verhängten. Siluanow sagte am Freitag, die Regierung habe 190 Milliarden Rubel (etwa drei Milliarden Euro) bereitgestellt, um den vom westlichen Kapitalmarkt abgeschnittenen Firmen zu helfen.

Zugleich beklagte er, dass zu wenig Geld für Infrastruktur und Bildung ausgegeben werde. Es sei hart für die Wirtschaft, wenn ein Drittel des russischen Staatshaushalts in die Verteidigung fliesse, zitierten russische Nachrichtenagenturen den Finanzminister.

(AFP)

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