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«Wir haben das Bankgeheimnis bedeutungslos gemacht»

Im Lauf der Jahre erhielt Peter Beckhoff etwa 100 Angebote, Bankdaten zu kaufen. Foto: Urs Jaudas

Glauben Sie nach drei Jahrzehnten Steuerfahndung noch an Ehrlichkeit und Gerechtigkeit?

Gibt’s nicht im Geschäftsleben, oder auch nicht privat?

Das hört nie auf?

Glauben Sie den grossen Schweizer Banken, wenn die heute von Weissgeldstrategie reden?

Sind Sie misstrauischer geworden?

«Bei den Banken war ich schon immer misstrauisch.»

Aber macht dieser Beruf einen misstrauischer?

Sie sind aus der Schweiz heftig angefeindet worden für Ihre Arbeit, bis hin zu einem Haftbefehl. Lässt Sie das kalt?

Der Haftbefehl hat Sie nicht gebremst?

Und der angebliche Spitzel bei den Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen, den der Schweizer Geheimdienst platziert haben soll? Ist das ein Phantom?

Die Schweiz hat Ihnen vorgeworfen, die Daten-CDs seien Hehlerware. Es sei kriminell, so etwas zu kaufen.

Die Schweiz unterstellt Ihnen Anstiftung.

Aber durch den Kauf von CDs haben Sie ja auch einen Markt geschaffen.

Und was haben Sie gemacht?

Und wenn Ihnen die Akte Hoeness angeboten worden wäre?

Wie viele CDs oder Ähnliches haben Sie angeboten bekommen?

Ihre Informanten, waren die geldgierig? Oder wollten die der Welt zu mehr Gerechtigkeit verhelfen?

Wird da hart verhandelt?

Woran machen Sie Ihre berufliche Erfolgsbilanz fest? An der Zahl der CDs, der Zahl der Fälle, den Mehrerlösen bei der Steuer? Oder an ganz anderen Dingen?

Sie hätten es sich auch einfacher machen können.

Was hat Sie dazu gebracht, so intensiv gegen Banken vorzugehen?

Inwiefern?

Ohne Durchsuchungsbeschluss?

Und das ging dann einfach so?

Und was haben Sie gefunden?

Gibt es eigentlich überhaupt noch eine Bank, der Sie vertrauen?

War es schwierig, Ihre Art von Ermittlungen in den Finanzbehörden durchzusetzen?

Welche Rolle hat es für sie gespielt, wie viel Geld hereinkommt?

Was hat Sie mehr interessiert? Geld oder Haft?

Ist unsere Gesellschaft zu stark profit-orientiert? Auf Kosten der Gesellschaft?

Was ist dann mit den Firmen, die ihre Geschäfte rein formal über Luxemburg abwickeln und dort nur ein Prozent Steuern zahlen?

Ist das dann auch gesellschaftspolitisch in Ordnung?

Brauchen wir härtere Strafen für grosse Steuerhinterzieher?

Würde es helfen, Banken zu schliessen?

Die Wuppertaler Steuerfahndung hat unter Ihrer Leitung grosse Erfolge erzielt. Dennoch ist Ihre Mannschaft unter Kollegen nicht nur beliebt. Woran liegt das? Neid?

Die Zusatzarbeit schreckt einige Finanzämter ab?

Bundeskriminalamt und das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW)streiten über ein neues Verfahren gegen Panama-Offshore-Firmen. Offenbar soll die Steuerfahndung in NRW, die seit drei Jahren für die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt, rausgehalten werden. Ein Affront?

Und übernimmt sich NRW?

«Ich fahre nicht mehr in die Schweiz. Man weiss ja nie.»

Einer Ihrer letzten grossen Fälle waren Aktiengeschäfte, bei denen Banken und deren Partner sich vom Fiskus eine einmal gezahlte Steuer mehrmals erstatten liessen. Ist das noch schlimmer als die klassische Steuerhinterziehung?

Ist das organisierte Kriminalität?

Hätten Sie gern weitergemacht, um diesen grossen Fall noch abzuschliessen?

Und was machen Sie nun? Den Gutschein einlösen, den Ihnen Kollegen für einen Besuch am Matterhorn geschenkt haben, obwohl der Schweizer Haftbefehl gegen Sie noch besteht?

Wollen Sie irgendwann noch einmal in die Schweiz reisen, sollte der Haftbefehl eines Tages aufgehoben werden?