Die Trockenheit macht Benzin teurer

Weil der Rhein wenig Wasser führ, steigen die Benzinpreise um vier bis sechs Rappen pro Liter.

Der Wasserstand des Rheins ist derzeit so niedrig, dass Tankschiffe nur zu 40 Prozent ausgelastet werden können. Bild: Thomas Egli

Der Wasserstand des Rheins ist derzeit so niedrig, dass Tankschiffe nur zu 40 Prozent ausgelastet werden können. Bild: Thomas Egli

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Die Trockenheit hat spürbare Folgen fürs Portemonnaie: Autofahrer müssen wegen des niedrigen Wasserstands auf dem Rhein mehr fürs Benzin zahlen. Das bestätigt die Erdöl-Vereinigung Schweiz. Zwar lassen sich die Mehrkosten an der Zapfsäule nicht genau beziffern. Doch die deutlich erhöhten Frachtkosten dürften im Vergleich zur ersten Jahreshälfte für eine Preissteigerung «im mittleren einstelligen Rappenbereich» sorgen, sagt Fabian Bilger, Leiter Gesundheit, Sicherheit und Umwelt bei der Erdölvereinigung. Anders gesagt: Vier bis sechs Rappen müssen Autofahrer aktuell pro Liter Benzin mehr bezahlen, weil der Rhein so wenig Wasser führt.

Der Grund: Wegen des niedrigen Wasserstands können die Schiffe, die rheinaufwärts bis Basel fahren, nicht so viel laden. Das erhöht die Frachtkosten deutlich. Die Versorgungssicherheit ist indessen nicht gefährdet.

Verkehr kommt zum Erliege

Die Schweizerischen Rheinhäfen sprechen von einer Beeinträchtigung der Beladungsfähigkeit der Tank- und Frachtschiffe auf dem Rhein. Niedrigwasser beobachten sie demnach immer wieder, allerdings würden diese Phasen häufiger und auch zeitlich länger. Bei der Erdölvereinigung will man dagegen nicht von einer Häufung der Niedrigwasserperioden sprechen, die den Benzinpreis in die Höhe treiben. Im Schnitt wird demnach alle eineinhalb Jahre aufgrund der Wassersituation ein Preisausschlag beobachtet.

Der aktuelle Pegelstand in Basel liegt bei knapp über fünf Meter. Genug Wasser unter dem Bug haben die Schiffe bei einem Pegelstand zwischen sechs und 6.50 Meter. Eine Massnahme: Derzeit wird die Schifffahrtsrinne ausgebaggert, damit die Hafenanlagen oberhalb von Basel besser erreichbar sind.

Schiffe nur ein Drittel beladen

Laut dem Mineralölunternehmen Varo Energy ist der Wasserstand des Rheins derzeit so niedrig, dass es wirtschaftlich keinen Sinn mache, den Treibstoff per Schiff zu importieren. Die Tankschiffe auf dem Rhein könnten nur noch maximal 40 Prozent des ursprünglichen Ge­wichts tragen, so das in Birsfelden ansässige Unternehmen. In der Folge sei der Zugsverkehr in die Schweiz stark erhöht worden. Varo Energy importiert sowohl auf dem Wasserweg, der Schiene und über eine Pipeline Fertigprodukte und über eine Rohöl-Pipeline in die einzige Raffinerie der Schweiz in Cressier NE. Die zweite Anlage in Collombey VS ist 2015 geschlossen worden.

Auch durch die zwischenzeitlichen Regenfälle habe sich die Lage auf dem Rhein nicht verändert, teilt Varo Energy mit. Die Situation sei nicht angespannt, da die Nachfrage für Heizöl aktuell gering sei und die für Treibstoffe für die Saison als normal eingestuft wird. Die auf den Treib- und Brennstoffumschlag spezialisierte Tau Tanklager Auhafen AG berichtet, dass die Schiffe derzeit nur mit einem Drittel der sonst üblichen Ladung ankommen. Das erhöhe den Aufwand, sagt Geschäftsführer Olivier Waldner.

(Basler Zeitung)

Erstellt: 10.08.2018, 20:08 Uhr

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