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Juristisch rehabilitiert – mehr nicht

Dass Raoul Weil nicht verurteilt wurde ist rechtlich gesehen korrekt.

MeinungVon Bruno Schletti

Der Freispruch Raoul Weils ist juristisch richtig. Der Nachweis, dass der ehemalige UBS-Spitzenbanker persönlich die Fäden zog, um im grossen Stil Vermögen an den US-Steuerbehörden vorbeizuschmuggeln, konnte nicht erbracht werden. Verurteilt darf nur werden, wessen Schuld einwandfrei nachgewiesen wird. Das zeichnet den demokratischen Rechtsstaat aus. Deshalb ist der Freispruch zu be­grüssen. Er ist nicht nur gut für Raoul Weil, sondern ehrt die US-Justiz.

Ob Weil als Ehrenmann in die Schweiz zurückkehren kann, ist eine andere Frage. Was er in der Sache zu welchem Zeitpunkt wirklich gewusst hat, bleibt sein Geheimnis. Ob er als verantwortliches Mitglied der Konzernleitung genügend getan hat, um die Direktive der Bank – das Einhalten sämtlicher Gesetze – umzusetzen, bleibt eine offene Frage.

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