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Mehr Bankräte mit Mumm

Fachwissen allein reicht für einen Bankrat definitiv nicht mehr aus.

Kaum ein Bauer würde einen Banker als Ferien­vertreter in seinen Stall stellen. Wie nur würde Letzterer die Euter der 80 Kühe von der Milch befreien, wie reagieren, wenn die eine oder andere Kuh zu kalben begänne? Weshalb also soll umgekehrt ein Bauer in den Bankrat der Zürcher Kantonalbank gewählt werden? Mit Hans Frei hat sich ein solcher für das Amt interessiert. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) liess ihn als unqualifiziert abblitzen. Auf den ersten Blick zu Recht.

Doch wie ist das schon wieder in diesem Geschäft mit den vielen hoch qualifizierten Finanzfachleuten, Physikern, Mathematikern und Juristen? Wie ist das mit den hoch gehandelten Verwaltungsratsgremien unserer Banken? Was wir wissen, ist das: Das Risikomanagement der UBS versagte auf der ganzen Linie. Die Bank musste staatlich stabilisiert werden. Viele Schweizer Banken beherrschen ihre Rechtsrisiken nicht. Gegen ein gutes Dutzend ermitteln die USA. Eine grosse Anzahl weiterer Institute wird sich mit Bussen vor Ermittlungen freikaufen. Kaum ein Quartal vergeht, ohne dass neue Strafzahlungen der beiden Grossbanken bekannt werden. In der Kreditvergabe musste die Nationalbank eingreifen und die Branche zur Räson rufen. Kein Metier hat in den vergangenen Jahren so viel geballtes Versagen demonstriert wie das der Banken. An Sachverständigen in den Führungsgremien hat es dabei wahrlich nicht gefehlt.

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