Noch nie wurden so wenige Schweizer Banknoten gefälscht

Blüten im Wert von rund 200'000 Schweizer Franken kamen im Jahr 2018 in den Umlauf – 2001 waren es noch 65 Millionen Franken.

Schweizer Banknoten sind laut dem Fedpol «sehr fälschungssicher». (Symbolbild) Foto: Alessandro Crinari/Keystone

Schweizer Banknoten sind laut dem Fedpol «sehr fälschungssicher». (Symbolbild) Foto: Alessandro Crinari/Keystone

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Noch nie wurden so wenig Schweizer Banknoten gefälscht wie im Jahr 2018. Das habe mit der hohen Qualität der Banknoten zu tun, sagt das Bundesamt für Polizei. Und dank modernen Zahlungsgeräten werden immer häufiger gefälschte Fünfliber entdeckt.

Die bei Fälschern beliebteste Schweizer Banknote ist die 1000-Franken-Note. Im Jahr 2000 gerieten noch 17'654 falsche Tausender in Umlauf. Die meisten waren Drucke. Nur ein paar wenige davon wurden mit dem Farbkopierer hergestellt.

Beliebt ist die 1000-Franken-Note natürlich auch heute noch. Doch die Notenfälscher wagen sich nicht mehr an sie heran. Für das letzte Jahr weist die Falschgeldstatistik nur noch 82 gefälschte Tausender aus. Gegenüber dem Jahr 2000 entspricht dies einem Rückgang von über 99,5 Prozent. Die Daten stammen vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) und liegen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.

Nicht nur falsche Tausender tauchten in den letzten Jahren weniger auf. Das Risiko, dass beim Rückgeld auch irgend eine andere gefälschte Banknote darunter ist, sinkt seit Jahren.

Das Jahr 2018 markiert sogar einen Rekord: Noch nie kamen so wenige Blüten in den Umlauf, exakt 1200 Exemplare. Ihr nomineller Wert belief sich auf 208'140 Franken. 2001 belief sich der nominelle Wert aller gefälschten Banknoten noch auf über 65 Millionen Franken. 2003 waren es 18 Millionen und 2013 nur noch fast eine halbe Million.

Schweizer Banknoten sind fälschungssicher

Die grosse Mehrheit der Fälschungen des vergangenen Jahres wurde mit dem Tintenstrahldrucker hergestellt (87,9 Prozent), die restlichen Noten wurden mit Farbkopierer und Drucker hergestellt.

Auch dem Fedpol ist der Rückgang aufgefallen. In ihrem aktuellen Jahresbericht führt sie zwei Gründe dafür an. Einerseits seien die Schweizer Banknoten «sehr fälschungssicher». Der andere Grund sei der kleine Schweizer Geldmarkt. Falsche Euro- und Dollarnoten wären deutlich attraktiver, schreibt das Fedpol.

Ob der Trend anhält, sei schwierig abzuschätzen, so das Fedpol auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Eine Prognose zu erstellen, ist sehr schwierig.» Falschgelddelikte seien sehr volatil. Neue Druckgeräte mit verbesserter Druckqualität könnten wieder zu einem plötzlichen Anstieg führen.

Falschmünzen werden besser erkannt

Während die Zahl der falschen Noten zurückgeht, sind die Fälle von Münzenfälschungen hingegen stark gestiegen. Letztes Jahr wurden 6512 falsche Fünfliber sichergestellt. Zum Vergleich: In den Jahren 2006 und 2007 wurden nur 17, beziehungsweise 6 falsche Fünfliber vom Fedpol aus dem Verkehr gezogen.

Diese Zunahme liegt gemäss Fedpol wohl an den immer moderneren Geräten in der Zahlungs- und Bargeldverarbeitung. Diese würden die Falschmünzen heute besser erkennen und aus dem Zahlungsverkehr herausnehmen.

Wenn offensichtlich oder mutmasslich gefälschte Noten oder Münzen auftauchen, leiten Polizei, Banken, Post oder andere Institutionen diese Fälschungen an das Fedpol weiter. Die Bundesanwaltschaft eröffnet dann ein Strafverfahren. (aru/sda)

Erstellt: 18.10.2019, 10:50 Uhr

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