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Hier werden nur die Symptome bekämpft

Mit dem neusten politischen Vorstoss wird der Eindruck erweckt, die Nationalbank fasse Beschlüsse nur in einem Dreiergremium. Das ist falsch.

Der Notenpresse sei Dank. In Zeiten geringen ­Wachstums und leerer Staatskassen scheinen einzig die Notenbanken noch zu effektivem Krisenmanagement imstande. Dieser Machtzuwachs bringt es ­jedoch mit sich, dass ihre Entscheide nicht mehr nur die monetären Rahmenbedingungen betreffen, ­sondern die Wirtschaft unmittelbar – mit allen damit verbundenen Verteilungswirkungen.

Eindrücklicher Beleg dafür war der 15. Januar: Mit einem Federstrich hob die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euromindestkurs auf und löste damit ein Beben aus, von dem sich das Land noch längst nicht erholt hat. Zugleich führte diese Kehrtwende aber auch die Grenzen der SNB vor Augen. Ihr Direktorium hat keinen Zauberstab zur Hand, mit dem sich negative Ausstrahlungen einer aus den Fugen geratenen Welt auf unsere Wirtschaft abwenden lassen. Es sieht sich daher zur Wahl des gesamtwirtschaftlich kleinsten Übels gezwungen – das indes für viele ­Betroffene, im Fall der Mindestkursaufgabe etwa die Exportwirtschaft, das grösstmögliche Unheil darstellt.

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