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So zahlen die Schweizer

Bargeld, Kreditkarte oder App? Eine Analyse der Nationalbank zeigt, was die Bevölkerung bevorzugt.

Tragen im Schnitt <nobr>133 Franken</nobr> Bargeld im Portemonnaie mit sich herum: Schweizerinnen und Schweizer. (Video: SDA)

In den Ferien, beispielsweise in südamerikanischen Ländern, kann man oft nur mit Bargeld zahlen. In Holland oder Skandinavien läuft der Alltag hingegen fast ausschliesslich bargeldlos ab, also mit Debit- oder Kreditkarte. Und wie sieht es hierzulande aus? Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wollte es herausfinden und hat 22’500 Transaktionen von 2000 Personen ausgewertet.

Schweizerinnen und Schweizer nehmen demnach pro Tag durchschnittlich 1,6 Zahlungen vor, wobei sich der Betrag im Schnitt auf 41 Franken beläuft. Meistens handelt es sich um Transaktionen unter 20 Franken, die bar beglichen werden. Bargeld ist denn auch das mit Abstand meistgenutzte Zahlungsmittel.

70 Prozent aller Transaktionen in der Schweiz werden bar abgewickelt. Die Debitkarte wird nur in 22 Prozent der Fälle benutzt, obwohl neun von zehn Personen eine solche besitzen. Auch bei der Kreditkarte gibt es ein Missverhältnis: Rund 60 Prozent der Bevölkerung haben eine, sie kommt aber bei lediglich 5 Prozent der Transaktionen zum Einsatz. Neuartige Verfahren wie Bezahl-Apps oder kontaktlose Kartenzahlungen werden noch seltener genutzt.

Im Schnitt tragen Herr und Frau Schweizer zwei verschiedene Karten und 133 Franken Bargeld im Portemonnaie mit sich herum. Namentlich die 10er- und 20er-Note werden sehr häufig genutzt. 200er- und 1000er-Noten kommen laut der SNB in erster Linie bei teureren Anschaffungen wie Autos, Elektroartikeln oder Möbeln zum Einsatz – sowie für das Begleichen von Rechnungen am Postschalter.

Grundsätzlich werden Bargeld und Bezahl-Apps aber vor allem für die Zahlung von kleinen und mittleren Beträgen eingesetzt, während Debitkarten vermehrt für Beträge ab 50 Franken und Kreditkarten für solche ab 200 Franken genutzt werden.

Eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Zahlungsmittels spielen neben der Höhe des Betrags das Alter und das Einkommen.

Personen aus Haushalten mit niedrigem Einkommen zahlen am liebsten bar. Dasselbe gilt für solche ab 55 Jahren, die mehr als drei Viertel ihrer Transaktionen mit Bargeld abwickeln. Jüngere setzen häufiger auf Kartenzahlungen. 15- bis 34-jährige Schweizerinnen und Schweizer benutzen in einem Drittel aller Fälle ihre Debit- und Kreditkarte oder sonstige Zahlungsmittel wie beispielsweise eine App. Bei Personen mit hohem Einkommen ab 10’000 Franken ist es sogar fast die Hälfte.

Unterschiede im Zahlungsverhalten zwischen Gruppen mit verschiedenen soziodemografischen Merkmalen zeigen sich auch im Ausland. Die Bevölkerung in der Schweiz weist insgesamt ein ähnliches Zahlungsverhalten auf wie diejenige der Eurozone im Durchschnitt. Zwischen den europäischen Ländern sind allerdings markante Unterschiede im Zahlungsverhalten zu beobachten.

So weisen die deutschsprachigen und südeuropäischen Länder eine deutlich höhere Bargeldnutzung auf als die frankophonen und nördlichen Euroländer. Die Schweiz liegt im Vergleich dazu im Mittelfeld, weist einen vielfältigen Mix bei den Zahlungsmitteln auf. In Österreich beispielsweise sind Debit- und Kreditkarte weniger wichtig, in Holland werden sie dafür doppelt so häufig benutzt.

Weil Bezahl-Apps oder kontaktlose Kartenzahlungen immer noch relativ neu sind und vor allem für Kleinbeträge eingesetzt werden, könnten sie über die Zeit eine interessante Alternative zu Bargeld darstellen. Rund die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer gibt allerdings an, in den nächsten Jahren weiterhin gleich oft bar zahlen zu wollen wie heute. Laut der SNB könnte dies zur Folge haben, dass nicht Bargeldzahlungen, sondern vielmehr bestehende bargeldlose Zahlungsmittel durch die neuartigen Verfahren abgelöst werden.

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