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«Warum nicht schon vor drei Wochen? Das würde ich gerne wissen»

Die Schweizerische Nationalbank bindet den Franken zum Euro an. Währungsexperte Peter Bernholz erklärt, welche Gefahren der SNB nun drohen, und welche Fehler sie nicht machen darf.

Herr Bernholz, weshalb hat die SNB nicht schon früher ein konkretes Wechselkursziel kommuniziert, wie Sie es empfohlen hatten? Lassen Sie mich zunächst sagen, dass ich es begrüsse, dass das Direktorium der SNB jetzt diesen mutigen Schritt gewagt hat. Warum es ihn nicht schon bei Einleitung seiner Massnahmen vor drei Wochen unternommen hat, würde ich auch gerne wissen. Aber vielleicht hat das ja mit den fehlgeschlagenen Interventionen des vergangenen Jahres und der darauffolgenden öffentlichen Kritik zu tun. Besser als die unspezifische Ankündigung einer Erhöhung der Geldmenge vor einem knappen Monat wäre gewesen, von vornherein die Erwartungen durch entsprechende Botschaften und Massnahmen zu prägen. Was intern vorgefallen ist, weiss ich nicht. Aber die SNB kannte unsere Stellungnahmen. Fast gleichzeitig mit mir haben ja verschiedene Kollegen die gleiche Ansicht vertreten.

Die SNB will den Kurs von 1.20 Fr./€ «mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen». Gibt es keine Grenze? Theoretisch gibt es keine Grenze, weil die SNB als Monopolinstitut als Einzige so viel Franken schaffen kann, wie sie will. Es ist absolut richtig, das dem Markt mitzuteilen und ihm klarzumachen, dass er, wenn er dagegen spekuliert, die bisherigen Gewinne verliert oder Verluste erleidet. Gut ist auch, dass die SNB darauf hingewiesen hat, dass der Franken auch bei 1.20 je Euro noch zu hoch bewertet ist, weil das einen weiteren Kursanstieg für den Euro offenlässt. Jetzt kommt es darauf an, diese Politik mit Mut und eisernem Durchhaltevermögen durchzusetzen.

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