So viel verdienen Berufstätige in der Schweiz

Der Lohnvergleich von der Dentalassistentin bis zum Chefarzt zeigt: Klassische Frauenberufe werden tiefer entlöhnt als Tätigkeiten in Männerdomänen.

Eine Automechanikerin oder ein Automechaniker verdient im ersten Berufsjahr rund 4450 Franken. Foto: Keystone

Eine Automechanikerin oder ein Automechaniker verdient im ersten Berufsjahr rund 4450 Franken. Foto: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eines sei gleich vorweggenommen: Die nebenstehende Tabelle kann nicht als repräsentatives Bild für die abgeschlossene Lohnrunde 2018/19 angesehen werden. Vielmehr ist es eine rein punktuelle und mithin zufällige Darstellung – entnommen aus einem Fundus von über 9400 Angaben zu hierzulande bezahlten Löhnen. Sie sind enthalten im neuen Lohnbuch Schweiz 2019, das vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich herausgegeben wird.

Dennoch offenbart ein Blick auf die Lohntabelle, dass es bei den Geringverdienenden wenig Bewegung gibt. Einzelne Beschäftigte, die in den Genuss individueller Lohnerhöhungen gekommen sind, mögen davon ausgenommen sein. Auch gilt es zu berücksichtigen, dass Gesamtarbeitsverträge (GAV) mehrjährige Gültigkeitsfristen haben, die bei einem auf das Vorjahr beschränkten Lohnvergleich unter Umständen nicht adäquat berücksichtigt werden.

Stagnierende Tieflöhne

Nach wie vor gibt es aber Berufe, deren Monatslöhne auch nach einer zwei- bis dreijährigen Ausbildung noch deutlich unter oder an der 4000-Franken-Schwelle verharren. Für diese Beschäftigten – bei denen es sich überwiegend um Frauen handelt – fällt auch eine für das letzte Jahr errechnete mittlere Teuerungsrate von 0,9 Prozent erheblich ins Gewicht; von den weitaus stärker steigenden Krankenkassenprämien ganz zu schweigen.

Tabelle vergrössern

Besser haben es da zum Beispiel die Beschäftigten im Gesundheitswesen des Kantons Zürich: Ob Chefarzt, Assistenzarzt, Hebamme oder Rettungssanitäter – ihre Gehälter sind allesamt um 1 Prozent angehoben worden. Alles in allem lässt die Gesamtübersicht erahnen, dass die zurückliegende Lohnrunde für die Beschäftigten enttäuschend verlaufen ist. Laut jüngsten Erhebungen haben sich die Arbeitseinkommen im gesamtschweizerischen Mittel um gerade mal 1,2 Prozent verbessert.

Bei den im Lohnbuch enthaltenen Angaben handelt es sich um Mindestlöhne sowie um orts- und berufsüblich bezahlte Löhne. Mit dieser Zusammenstellung ist das Buch – das zum zehnten Mal veröffentlicht wurde – zur umfassendsten Übersicht über die gängigen Arbeitseinkommen hierzulande avanciert. Es leistet damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Transparenz in der Entlöhnung. Dies in einem Land, in dem es nach wie vor unüblich ist, offen über den eigenen Lohn zu sprechen.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 22.03.2019, 21:30 Uhr

Artikel zum Thema

Thiams Lohn lässt sich nicht rechtfertigen

Kommentar Der CS-Chef hat eine saftige Lohnerhöhung erhalten. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem die zweitgrösste Schweizer Bank noch längst nicht saniert ist. Mehr...

Das hätte der Credit Suisse kaum jemand zugetraut

Kommentar CS-Chef Tidjane Thiam hat mit der Ära von Vorgänger Brady Dougan aufgeräumt. Besonders an einem Ort legte die Grossbank zu. Doch nicht alle Ziele wurden erreicht. Mehr...

Credit-Suisse-Chef Thiam verdient 30 Prozent mehr

Das Salär für 2018 erreicht 12,65 Millionen Franken. Der Bonus steigt um fast 50 Prozent, während die Aktie im selben Jahr um über 30 Prozent verlor. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Es sammelt sich nur der Staub in ihnen: Frauen zerschmettern in Indien Töpfe aus Ton, um gegen den Mangel an Trinkwasser zu protestieren. (16. Mai 2019)
(Bild: Amit Dave) Mehr...