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Wenn eine 15-Jährige den Bank-CEO stellt

Manchmal sind es eben doch Kinder und Jugendliche, welche die besten Fragen stellen. Und nein, es geht nicht um die moralische Verantwortung der Banken.

Mit 15 schon im «Wall Street Journal»: Natalie Clarke.
Mit 15 schon im «Wall Street Journal»: Natalie Clarke.
Screenshot / WSJ

Eine Generalversammlung einer Bank ist in der Regel nicht der «Place to be» für Jugendliche. Dort melden sich dann meistens etwas ältere Herren zu Wort. Sollten es dann doch einmal Jugendliche sein, so erwartet man sie eher mit antikapitalistischen Transparenten in der Hand. Doch kein Klischee ohne Ausnahme.

Ein gutes Beispiel ist Natalie Clarke, 15 Jahre jung, mit Familie und Hund wohnhaft in Harrisburg, North Carolina. Sie wollte nichts wissen über moralische Verantwortung in der Finanzkrise oder andere Themen, die in dieselbe Kerbe schlagen. Wie das «Wall Street Journal» schreibt, stellte die gewiefte Schülerin an der jährlichen Generalversammlung der Bank of America eine simple Frage: «Was tut die Bank eigentlich, um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben?»

Im Besitz von 5000 Aktien

Damit, so analysiert das Finanzblatt, würde Clarke eine Frage stellen, die in vielen Aktionären widerhallt – nicht nur bei Aktionären der Bank of America, sondern Banken im Allgemeinen. Das WSJ verweist dabei auf die GV der Citigroup, bei der fast ein Drittel der Aktionäre gegen den Lohnplan der Geschäftsführung gestimmt hatte.

Das Interesse von Clarke kommt aber nicht von ungefähr. Als Kind hatte sie nämlich 5000 Aktien erhalten – das sind heute rund 74'000 Dollar. Mit diesem Geld überlege sie sich, ihre Uni-Ausbildung an der Universität von Notre Dame zu bezahlen. Auch dass sie das erwähnt, ist wohl kein Zufall: Bank-of-America-CEO Brain Moynihan studierte selber dort.

Schon mehrmals aufgetaucht

Gänzlich unbekannt ist Clarke übrigens nicht. Sie hat an drei aufeinanderfolgenden Generalversammlungen teilgenommen und dort etwa Fragen zu geschlechtergleichen Löhnen gestellt – und zur Kündigung ihres Vaters, der inzwischen wiedereingestellt wurde.

Damit aber noch nicht genug: Warum die Bank nicht so effizient sei wie andere, wollte sie wissen. Und warum der CEO eine Lohnerhöhung erhalten habe, obwohl die Aktienkurse gesunken seien. Richtig konkrete Antworten blieben ihr die Manager schuldig. Sie wiederholten bloss, so schreibt das WSJ, ihre üblichen Antworten: Kosten senken und die Kundenzufriedenheit erhöhen.

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