Wer mit Kolomoisky geschäftet, landet gelegentlich vor dem Richter
Ihor Kolomoisky ist einer der Reichsten in der Ukraine und derzeit Gouverneur im Osten des Landes. Swissport hat schon unliebsame Erfahrungen mit ihm gemacht.

Über den ukrainischen Oligarchen Ihor Kolomoisky gibt es viele Geschichten zu erzählen. Der 51-Jährige, mit einem ukrainischen und israelischen Pass ausgestattet, gehört zu den fünf reichsten Geschäftsleuten in der Ukraine. Über seine Gesellschaft Privat Group hält er Beteiligungen im Bergbau, in der Stahlindustrie und im Medienbusiness. Er ist an der grössten Geschäftsbank Privatbank beteiligt und mischt, wie in der Ukraine nicht anders zu erwarten, im grossen Stil im Gasgeschäft mit.
Derzeit gibt er als Gouverneur der Region Dnjepropetrowsk zu reden, die in der von Unruhen geschüttelten Ostukraine liegt. Kolomoisky hat unter anderem Kopfgeld für die Verhaftung militanter prorussischer Kämpfer ausgesetzt. Den russischen Präsidenten Wladimir Putin hält er für «schizophren und völlig krank» und unterstellt ihm, dass er das russische Imperium von 2013 oder die alte UdSSR zum Leben erwecken wolle. Klar, dass die Russen ihn nicht mögen: Im März zwangen sie ihn, die russische Filiale seiner Privatbank zu verkaufen. Putin selber bezeichnete ihn als «grössten Betrüger».