Wo Experten den Tiefstkurs für Hypo-Zinsen sehen

Laut dem Hypo-Vermittler Moneypark dürften die Zinsen für Eigenheim-Schulden den Boden bald erreicht haben.

Das Geld fürs Eigenheim ist billig und wird es auch noch eine ganze Weile bleiben: Interessent auf Wohnungsbesichtigung. Foto: Martin Rüetschi/Keystone

Das Geld fürs Eigenheim ist billig und wird es auch noch eine ganze Weile bleiben: Interessent auf Wohnungsbesichtigung. Foto: Martin Rüetschi/Keystone

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Die Hypothekarzinsen in der Schweiz fallen von einem Rekordtief zum nächsten. Aufgrund der schwächelnden Weltwirtschaft lockern die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter. Dennoch dürften die Hypothekarzinsen den Boden bald erreicht haben. Die Zinsen dürften aber noch lange tief bleiben.

Wenn nach dem Fed auch die EZB im September die Zinsen senkt, könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) ebenfalls den Leitzins reduzieren, um die verkleinerte Zinsdifferenz zwischen Franken und Euro wiederherzustellen. Doch dies hätte nur noch bedingt Einfluss auf die Hypothekarzinsen, schreibt der Hypothekenvermittler Moneypark in einer Mitteilung vom Dienstag. Zum einen seien gewisse Erwartungen der Marktteilnehmer bereits in den heutigen Kapitalmarkt-Sätzen vorweggenommen. Zum anderen seien weitere Abwärtstendenzen nur noch beschränkt möglich.

Während die kurzfristigen Hypothekarzinsen aufgrund des Margenschwunds bei den Banken bald ihren Boden erreicht haben, wiesen die langfristigen Sätze weiteres, zumindest kurzfristiges, Senkungspotenzial auf. Moneypark erwartet aber dennoch keine «negativen Hypothekarzinsen». Für Privatpersonen dürften die Zinsen kaum unter einen Mindestzins von rund 0,30 Prozent fallen. Die Finanzierungspartner dehnten ihre Hypothekarmarge leicht aus, da sie nicht den ganzen Rückgang der Swap-Sätze an die Kunden weitergeben würden.

Tiefere Richtsätze im Juli

Im Juli reduzierten sich die Richtsätze, die aus dem Durchschnitt der Schaufenstersätze von über 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen berechnet werden, weiter. Der Richtsatz der 10-jährigen Festhypothek sank nach Angaben des Hypothekenvermittlers Moneypark um 5 Basispunkte auf 1,13 Prozent. Mit guter Bonität könne sogar ein nachverhandelter Zinssatz von 0,68 Prozent erreicht werden. Die Differenz zwischen dem Richtsatz und dem nachverhandelten Top-Satz habe sich bei den längeren Laufzeiten um einige wenige Basispunkte verengt, während der günstigste Anbieter bei der zweijährigen Festhypothek überdurchschnittlich günstiger wurde.

Frappant ist, dass die Differenz zwischen kurzen und sehr langen Laufzeiten nurmehr verschwindend gering ist. Während eine zweijährige Festhypothek ab 0,39 Prozent abgeschlossen werden könne, seien 15-jährige Hypotheken bei Moneypark bereits ab 0,80 Prozent zu haben. (sda)

Erstellt: 06.08.2019, 17:02 Uhr

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