Zürich im Vergleich mit den teuersten Städten weltweit

Was kosten Bekleidung, Essen und Dienstleistungen in New York oder Paris? Diese Ranglisten zeigen es.

Zürich ist teuer, aber nicht das teuerste Pflaster der Welt: Die Verkäuferin eines Ladens an der Bahnhofstrasse verpackt einen Einkauf.

Zürich ist teuer, aber nicht das teuerste Pflaster der Welt: Die Verkäuferin eines Ladens an der Bahnhofstrasse verpackt einen Einkauf. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Hohe Mieten, teure Restaurants, Dienstleistungen und Verkehrstickets – die steigenden Kosten in Schweizer Städten sorgen regelmässig für Aufregung, besonders in Zürich. Auch dieses Jahr gehört es zu den teuersten Städten der Welt, wie eine Untersuchung der renommierten Wirtschaftszeitung «The Economist» zeigt. Platz 1 teilen sich zum ersten Mal überhaupt Singapur, Paris und Hongkong. Gleich dahinter folgen Zürich, das im Vergleich zum Vorjahr zwei Ränge verloren hat, und Genf, das einen Platz nach oben gesprungen ist.

New York und Los Angeles lagen vor fünf Jahren noch gemeinsam auf Rang 39, jetzt haben sie es in die Top-10 geschafft. Das liegt in erster Linie am Wiedererstarken des Dollars und der Wirtschaft, infolgedessen die Preise in US-Städten stark anstiegen. Noch dominieren aber asiatische und europäische Städte die Rangliste von insgesamt 133 Orten. Für deren Bewertung hat «The Economist» Preise von über 150 Produkten und Dienstleistungen verglichen, unter anderem für Nahrungsmittel, Kleidung und den Coiffeur.

Für einen Anzug, bestehend aus einem Blazer und einer Hose, geben Männer in Zürich laut den Berechnungen fast 652 US-Dollar aus, was im Moment genau der gleichen Anzahl Schweizer Franken entspricht. Im Vergleich mit den teuersten Städten weltweit ist das günstig. Ausser in Genf zahlen sie überall deutlich mehr, besonders in New York, wo fast 2730 Dollar anfallen.

Bei den Nahrungsmitteln sieht es anders aus: Eine Flasche Bier (330 ml) kostet in Zürcher Supermärkten und Spezialitätenläden im Schnitt 3.25 Dollar – nur in New York ist es noch mehr.

Vor fünf Jahren war das Bier mit 2.4 Dollar noch deutlich billiger. Brot hingegen hat sich seither verteuert. Was schätzen Sie: Wie viel kostet ein Kilogramm davon heute in Zürich?

Sechs andere Städte haben dafür höhere Preise, unter anderem Genf. In der südkoreanischen Metropole Seoul müssen die Menschen sogar über 15 Dollar für ein Kilo Brot bezahlen. In Zürich sind es durchschnittlich nur 4.78 Dollar oder eben Franken.

Im Vergleich zum Preis für einen Damenhaarschnitt ist das natürlich wenig. Auch hier gehört Zürich aber zu den günstigsten Adressen, nach Osaka und Seoul. New York ist wiederum am teuersten. Frauen zahlen im Schnitt 210 Dollar für einen Coiffeurbesuch.

Der Untersuchung zufolge gehören US-Städte zu den teuersten, wenn es um öffentliche Einrichtungen und um Haushaltshilfe geht. In den beiden Schweizer Städten Genf und Zürich sind dafür die Kosten für den Haushalt, für Pflegeprodukte, Freizeitaktivitäten und Unterhaltung am höchsten.

Grundsätzlich stellt «The Economist» aber viel Übereinstimmung bei den Preisen in traditionell teuren Städten wie Paris, Singapur, Zürich, Genf, Kopenhagen oder Hongkong fest. «Das ist ein Beleg für die Globalisierung sowie die zunehmende Ähnlichkeit von Geschmäckern und Shopping-Gewohnheiten», sagt Roxana Slavcheva, verantwortlich für die Studie.

Beachtenswert ist der starke Rückgang der Preise in beliebten Touristendestinationen wie Istanbul, Buenos Aires, Stockholm und Moskau. Schuld sind anhaltende hohe Inflation oder die Abwertung der nationalen Währung wie etwa der türkischen Lira. Istanbul hat im Vergleich zum Vorjahr 48 Plätze im Ranking verloren – zusammen mit Buenos Aires mehr als jede andere Stadt.

Am günstigsten sind jedoch Städte, die in Ländern liegen, wo Konflikte herrschen: etwa die venezolanische Metropole Caracas und Damaskus in Syrien. Venezuela erlebt derzeit eine starke politische Krise, leidet unter einer Hyperinflation und einem Zusammenbruch der Wirtschaft. Es gebe allgemein einen klaren Zusammenhang zwischen Preisen und der Lebensqualität, schreibt «The Economist». Leider seien die billigsten Städte oft auch diejenigen, die am wenigsten lebenswert seien.

Erstellt: 19.03.2019, 20:21 Uhr

Artikel zum Thema

ÖV top, WLAN-Flop: Wie intelligent Zürich ist

Effizient, vernetzt, nachhaltig: Ein internationales Ranking zeigt, was eine «Smart City» ausmacht. Mehr...

Zürich ist innovativer als New York oder San Francisco

Eine neue Studie zeigt, wie wettbewerbsfähig Zürich, Bern und Basel gemessen an anderen Metropolen sind. Mehr...

Zürich hat die zweithöchste Lebensqualität weltweit

Wo arbeiten ins Ausland entsandte Mitarbeiter von Firmen am liebsten? Der grosse Städtevergleich. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Gross-Demo: Mit Schutzmaske und Schwimmbrille schützt sich ein Demonstrant vor einem Tränengas-Angriff der Polizei in Hong Kong am Sonntagabend. (21. Juli 2019)
(Bild: Getty Images / Ivan Abreu) Mehr...