Gericht stoppt Lufthansa-Streik in Düsseldorf

Teilerfolg für die Lufthansa: Das Arbeitsgericht hat weitere Streikmassnahmen am Standort Düsseldorf untersagt.

«Letzte Landung»: Lufthansa-Mitarbeiter am Flughafen Düsseldorf. (9. November)

«Letzte Landung»: Lufthansa-Mitarbeiter am Flughafen Düsseldorf. (9. November) Bild: Keystone

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Das Düsseldorfer Arbeitsgericht hat weitere Streiks des Lufthansa-Kabinenpersonals am Dienstag untersagt. Das Gericht gab damit einem Antrag der Fluggesellschaft auf Erlass einer einstweiligen Verfügung statt. Die Entscheidung bezieht sich allerdings nur auf den Dienstag und den Standort Düsseldorf.

Das Gericht hält den Ausstand für rechtswidrig, da die Gewerkschaft Ufo ihre Streikziele nicht ausreichend formuliert habe. Tarifziele müssten klar und ohne Widerspruch benannt werden. Dies habe die Gewerkschaft nicht getan.

Der nächste Streik steht jedoch bevor: Denn die Flugbegleitergewerkschaft Ufo reagierte mit der Ankündigung weiterer Streiks auf den Gang der Lufthansa vor Gericht. Von Mittwoch bis Freitag werde nun ganztägig der gesamte Flugbetrieb der Lufthansa an den Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf bestreikt. Hunderttausende Fluggäste dürften betroffen sein.

Seit Freitag im Ausstand

Die Flugbegleiter der Lufthansa befinden sich seit dem vergangenen Freitag im Ausstand. Sollte der Streik bis einschliesslich Freitag fortgesetzt werden, wäre es der längste Streik in der Unternehmensgeschichte.

In dem seit zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikt geht es neben vielen anderen Punkten um die Altersvorsorge für die 19'000 Stewards und Stewardessen bei der Lufthansa.

Am Dienstag - dem vierten Streiktag - legte das Kabinenpersonal auf den Langstreckenflügen die Arbeit nieder. Knapp 30'000 Passagiere sassen deshalb fest. Die Lufthansa kostet ein kompletter Streiktag etwa 20 Millionen Euro Betriebsgewinn.

Einigung möglich?

Neben Gerichtsurteilen und weiteren Drohungen gab es am Dienstag aber auch Zeichen einer möglichen Einigung. Man sei zu einem Spitzengespräch mit der Lufthansa noch an diesem Abend bereit, erklärte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Dienstagabend am Frankfurter Flughafen.

Zuvor hatte die Gewerkschaft erklärt, sie sei bereit, den Streik «von einer Minute auf die andere» zu beenden, sollte die Lufthansa einer Schlichtung ohne Vorbedingungen zustimmen. Die Lufthansa reagierte und bot ebendies in einer schriftlichen Erklärung an.

Wenn es gelinge, den Schlichtungsvorschlag einzubetten in Gespräche über die Unternehmenszukunft, könne der Streik umgehend abgesagt werden, sagte Baublies dann am Abend. «Streik ist kein Selbstzweck», sagte er. Er warte auf einen Anruf der Lufthansa.

Wegen der Flugplanung wartete der Krisenstab des Unternehmens dringend auf eine Aussage der Gewerkschaft. «Wir brauchen ein Signal in den nächsten zwei Stunden», sagte ein Lufthansa-Sprecher um 17 Uhr. «Sonst müssen wir von einem Vollstreik ausgehen.»

Zweiter Gerichtsentscheid

Noch am Abend wollte das Arbeitsgericht Darmstadt über einen zweiten Eilantrag der Lufthansa entscheiden. Diese Entscheidung ist für die Lufthansa viel wichtiger als jene aus Düsseldorf.

Die Lufthansa forderte das dortige Gericht auf, die Streiks in Frankfurt am Main und in München zu untersagen und kündigte laut Gericht bereits an, ihren Antrag auf einstweilige Verfügung auf die bis Freitag geplanten Streiks zu erweitern. (woz/sda)

Erstellt: 10.11.2015, 19:10 Uhr

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