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Gleich zwei neue Pannen bei der Swisscom

Am Mittwochmorgen fiel in Teilen der Schweiz der Internetzugang über das Mobilnetz aus. Schon am Dienstagabend gab es eine Störung bei Teleclub.

Carla Honold, Peter Burkhardt
Konzernchef Urs Schaeppi kommt zunehmend in Erklärungsnot. Foto: Keystone
Konzernchef Urs Schaeppi kommt zunehmend in Erklärungsnot. Foto: Keystone

Die Pannenserie bei der Swisscom reisst nicht ab: Am Mittwoch zwischen 3.40 und 8.40 Uhr hatten Kunden des halbstaatlichen Marktführers erneut in der ganzen Schweiz mit Störungen zu kämpfen. Die neuste Panne hatte ihren Ursprung im Datacenter Zürich.

Wie viele Kunden betroffen waren, wollte die Swisscom nicht verraten. Sie liess einzig verlauten, dass «ein kleiner Teil der Handykunden» keinen Internetzugang hatte. Auch seien zum wiederholten Mal KMU und Grosskunden von den Netzproblemen betroffen gewesen. Einzige gute Nachricht: Dieses Mal funktionierten die Notrufnummern störungsfrei.

Das Swisscom-Tochterunternehmen Teleclub patzte seinerseits am Dienstagabend bei der Übertragung einer Fussballpartie. Mehr als eine Viertelstunde lang wurde den Zuschauern das falsche Spiel vorgesetzt: Statt des Champions-League-Knüllers Borussia Dortmund gegen Paris St-Germain war Atlético Madrid gegen Liverpool zu sehen. Verärgerte Sportfans forderten auf den sozialen Medien eine Rückerstattung der Gebühren. Die Swisscom lässt ausrichten, das schaue man mit den Kunden individuell an.

«Die Swisscom hat zu viel gespart»

Seit Anfang des Jahres waren das nun schon die Pannen Nummer vier und fünf. Konzernchef Urs Schaeppi kommt zunehmend in Erklärungsnot. Am Wochenende dementierte er in der «SonntagsZeitung», dass Sparmassnahmen und Personalabbau die Auslöser der Pannenserie seien. Und er schob die Verantwortung für die Netzprobleme auf die Mitarbeiter ab. Spezialisten hätten die Risikostufe falsch eingeschätzt, sagte Schaeppi. Dies habe die Störung von vergangener Woche zur Folge gehabt.

Diese Erklärung sei nicht stichhaltig, entgegnet Ralf Beyeler, Telecomspezialist beim Online-Vergleichsdienst Moneyland. Er sagt: «Als einziger grosser Anbieter produziert die Swisscom eine Panne nach der anderen, bei den Konkurrenten gibt es das nicht. Darum kann der oberste Chef die Verantwortung nicht auf seine Mitarbeiter abschieben, sondern er muss sich fragen, ob er alles getan hat, damit solche grossen Störungen nicht auftreten.» Beyeler bezweifelt dies: «Die Swisscom hat zu viel gespart», sagt er und wirft dem Unternehmen vor, es habe zu wenig in die Wartung und in die Ersatzsysteme investiert.

Konzernchef Urs Schaeppi wehrte sich in der «SonntagsZeitung» gegen diesen Vorwurf. Er sagte, die Swisscom investiere in der Schweiz jährlich etwa 1,6 Milliarden Franken in die Infrastruktur. Davon flössen etwas mehr als 500 Millionen Franken in die Wartung und in den Unterhalt. Doch Beyeler überzeugt auch das nicht. Er sagt: «Offensichtlich kann die Swisscom trotz dieses Geldes nicht sicherstellen, dass es nicht wiederholt zu neuen Pannen kommt.»

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