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Glencore macht drittgrössten Börsengang einer europäischen Firma Rohstoffhändler will bis zu 12 Milliarden Dollar hereinholen

Der Börsengang von Glencore dürfte der drittgrösste eines europäischen Unternehmens werden.

Der weltgrösste Rohstoffhändler mit Sitz in Baar ZG will dabei bis zu 12,1 Milliarden Dollar (10,9 Milliarden Fr.) einnehmen. Damit würde Glencore den russischen Ölkonzern Rosneft übertreffen, der 2006 fast 11 Milliarden Dollar einnahm. Grösser war bisher der Börsengang des italienischen Energiekonzerns Enel im Jahre 1999. Dieser brachte zu damaligen Kursen 17,4 Milliarden Dollar ein. Auf Platz zwei liegt der Börsengang der Deutschen Telekom, die im Jahre 1996 Aktien für 20 Milliarden DM (16 Milliarden Fr.) ins Publikum brachte. Glencore will 15 bis 20 Prozent seines Kapitals an die Börsen in London und Hongkong bringen. In einem ersten Schritt würde der Börsengang 9 Milliarden bis 11 Milliarden abwerfen. Dazu komme eine Mehrzuteilungsoption (sog. «Greenshoe») von 10 Prozent, was das Volumen auf 12,1 Milliarden Dollar heben würde. Damit wäre Glencore insgesamt 60 Milliarden Dollar wert. Für den Börsengang würden neue Aktien im Wert von 6,8 Milliarden bis 8,8 Milliarden Dollar geschaffen, hiess es weiter. Dazu kämen Aktien im Wert von 2,2 Milliarden Dollar aus dem Besitz der bisherigen Aktionäre. Alle bestehenden Aktionäre hätten sich zu einer Haltefrist von mehreren Jahren verpflichtet. Milliarden für Investitionen Von dem Geld aus dem Börsengang will Glencore für 3,2 Milliarden Dollar die russische Bergbaufirma Kazzinc praktisch gänzlich übernehmen, an der die Baarer heute bereits die Mehrheit von 50,7 Prozent besitzen. Weitere 5 Milliarden Dollar sollen in den nächsten drei Jahren für Investitionen in Minen und in Erdölanlagen in Afrika und Südamerika gesteckt werden. Glencore hat im vergangenen Jahr dank des Anstiegs der Rohstoffpreise massiv zugelegt. Der Umsatz schoss um 36 Prozent auf 145 Milliarden Dollar nach oben. Der Reingewinn legte gar um 41 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zu. Damit ist das verschwiegene Unternehmen gemessen am Umsatz der grösste Konzern der Schweiz. Der Nahrungsmittelgigant Nestlé liegt mit einem Umsatz von 110 Milliarden Fr. (122 Milliarden Dollar) mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. Kein Entscheid zu Xstrata Glencore wurde 1974 vom legendären Rohstoffhändler Marc Rich gegründet und befindet sich bisher im Besitz von rund 500 Managern. Das Unternehmen hat auf der ganzen Welt Minen, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos oder ist zumindest an ihnen beteiligt. Diese Industriegüter steuerten im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte zum Gesamtgewinn des Konzerns bei. Glencore ist ausserdem noch an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt. Allein sein 34-prozentiger Anteil am Zuger Bergbaukonzern Xstrata ist derzeit weit über 20 Milliarden Dollar wert. Was mit dem Anteil passiere, werde der neue Verwaltungsrat nach dem Börsengang entscheiden, sagte Konzernchef Ivan Glasenberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

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