Goldpreis fällt auf tiefsten Stand seit fünf Jahren

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten investieren viele Anleger in Gold, der Preis steigt. Doch jetzt scheint der Höhenflug gestoppt – trotz Schuldenkrise in Europa.

Preis gerät unter Druck: Gold lagert im Tresor der Schweizerischen Nationalbank.

Preis gerät unter Druck: Gold lagert im Tresor der Schweizerischen Nationalbank. Bild: Martin Rütschi/Archivbild/Keystone

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Während es mit den Aktienkursen in Europa wieder nach oben geht, entwickelt sich der Goldpreis rapide nach unten: Am Montagmorgen fiel der Preis für eine Unze Gold auf den tiefsten Stand seit knapp fünfeinhalb Jahren. In Asien kostete das Edelmetall zeitweise 1'072 Dollar pro Unze – zuletzt war Gold im Februar 2010 billiger gewesen. Grund für den Preisverfall waren Analysten zufolge massive Goldverkäufe in China und die mögliche Zinswende in den USA.

Im Verlauf des Vormittags legte der Preis wieder etwas zu. Gegen 13.30 Uhr lag der Goldkurs bei rund 1'112 Dollar und damit wieder über der psychologischen Grenze von 1'100 Dollar.

Riesige Verkäufe an der Börse in Shanghai

«Der Absturz des Goldpreises» sei von Verkaufsbewegungen an der Börse in Shanghai ausgelöst worden, teilten Analysten der Commerzbank mit. Verkäufer in China hätten das Metall regelrecht abgestossen, erklärte Nick Rose, ein Broker bei Tradenext.

Bereits am Freitag war der Goldpreis stark unter Druck geraten und hatte rund ein Prozent an Wert verloren. Grund dafür waren Angaben der chinesischen Zentralbank zu ihren Goldreserven. Obwohl die Reserven im Vergleich zu 2009 um fast 60 Prozent auf 1'658 Tonnen angestiegen waren, hatten Investoren mit deutlich mehr gerechnet.

Anstieg des Dollars

Auch der mögliche Zinsanstieg in den USA setzt dem Goldpreis seit einiger Zeit zu. Anleger spekulieren auf eine baldige Erhöhung der Leitzinsen durch die US-Notenbank Fed. Die US-Währung steigt gegenüber dem Euro-Kurs im Wert. Da Gold in Dollar gehandelt wird, verteuert sich das Edelmetall für Anleger ausserhalb des Dollarraumes mit zunehmendem Kursanstieg der US-Währung. Insgesamt sinkt dadurch die Nachfrage nach Gold und damit auch der Kurs.

Insgesamt hatte die weltweite Nachfrage nach Gold im vergangenen Jahr nach Angaben des World Gold Council um vier Prozent auf 3'942 Tonnen abgenommen. Als Grund nannte die im Council versammelte Goldminenindustrie einen Rückgang bei der Nachfrage nach Schmuck. In China war die Nachfrage regelrecht eingebrochen, und zwar um 33 Prozent auf 814 Tonnen – als Grund wird die Kampagne der Regierung gegen Korruption gesehen.

Auch andere Metalle verloren am Montag deutlich an Wert: Eine Unze Silber kostete mit 14,54 Dollar so wenig wie seit fast sechs Jahren nicht mehr; die Unze Platin kostete 946,25 Dollar, was einem Sechs-Jahres-Tief entspricht.

(bee/AFP)

Erstellt: 20.07.2015, 18:23 Uhr

Goldreserven Chinas weniger stark gestiegen als erwartet

Die Goldreserven Chinas sind in den vergangenen sechs Jahren um fast 60 Prozent gestiegen, wie die Zentralbank in Peking am Montag mitteilte. Doch Händler hatten einen noch stärkeren Zuwachs erwartet. Prompt geriet der Goldpreis unter Druck.

Ende Juni besass der chinesische Staat den Angaben zu Folge 1'658 Tonnen Gold. Zuletzt hatte sie im April 2009 Angaben zu den Goldreserven gemacht – damals waren es 1054 Tonnen.

Die Währungsreserven der Volksrepublik insgesamt betragen offiziellen Angaben zufolge 3,69 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verfügt über 1'040 Tonnen Gold und die Devisenreserven wurden zur Jahresmitte auf 516 Milliarden Franken beziffert.

Laut den Analysten der US-Bank Citigroup signalisieren die neusten Zahlen der People's Bank of China, dass der chinesische Staat in den vergangenen sechs Jahren jährlich 100 Tonnen Gold gekauft hat. Das sei dramatisch weniger als vom Markt erwartet. (SDA)

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