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HSG-Wirtschaftsprofessor: «Die Währungsunion ist am Ende» Beat Bernet warnt vor Krise der politischen Institutionen

Für den St. Galler Wirtschaftsprofessor Beat Bernet ist die Währungsunion in Europa in ihrer heutigen Form am Ende.

Das sagt er in einem Interview im «St. Galler Tagblatt» vom Dienstag. Die Sparpläne und Steuererhöhungen könnten zu sozialer Unrast führen. Das schränkte die Handlungsmöglichkeiten der Regierungen gemäss dem HSG-Professor für Bankwirtschaft ein. Es werde verstärkt zu nationalistischen Tendenzen kommen, sagt Bernet. In vielen Ländern hätten die politischen Parteien noch nicht begriffen, dass es jetzt um das Land und nicht um Einzelinteressen gehen müsse, so Bernet. Es könnten gemäss Bernet Kräfte an Einfluss gewinnen, die sich von der EU abwenden. Parteien, die in der EU den Sündenbock sehen für die Rosskuren, denen ihr Land sich unterziehen muss. Bernet sagt, er glaube, die EU, wie sie heute dasteht, werde nicht überleben. «Versteckte» Schulden In vielen Ländern seien die «versteckten» Schulden noch höher als die ausgewiesenen Staatsschulden, sagt er im «Tagblatt»-Interview. Mit Rettungsschirmen und Eurobonds könne die EU-Schuldenkrise nicht behoben werden, sagte Bernet. Länder wie Griechenland und Portugal bräuchten eine fundamentale Restrukturierung, erklärt Beat Bernet. Die EU müsse sich ernsthaft überlegen, Griechenland fallen zu lassen um es anschliessend wieder aufzubauen. Er sei überzeugt, sagt der HSG-Professor, dass die Griechen zum Schluss kommen, dass der Austritt aus der Eurozone für sie die beste Option wäre. Bernet glaubt, dass die reichen Staaten des Nordens in Zukunft wohl eine Art «Nord-Euro» schaffen werden, der stärker ist als die gegenwärtige Gemeinschaftswährung. Die südlichen Länder der EU hingegen werden gemäss Beat Bernets Voraussagung zu ihren alten Währungen zurückkehren, um wieder wettbewerbsfähiger zu werden.

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