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Italiener zahlen pünktlicher als Schweizer

In unseren Nachbarländern ist die Zahlungsmoral deutlich besser als in der Schweiz. Besonders zahlungsfaul zeigt man sich hierzulande bei Rechnungen vom Staat und von Ärzten.

Unterdurchschnittliche Zahlungsmoral in der Schweiz: Abgelegte Rechnungen in einem Bundesordner. (8. Februar 2009)
Unterdurchschnittliche Zahlungsmoral in der Schweiz: Abgelegte Rechnungen in einem Bundesordner. (8. Februar 2009)
Alessandro Della Bella, Keystone

Franzosen, Deutsche, Österreicher, aber auch Italiener zahlen ihre Rechnungen pünktlicher als Schweizerinnen und Schweizer. Besonders schlecht ist die Zahlungsmoral hierzulande bei Schulden, Steuer- und Arztrechnungen.

Zu diesem Schluss kommt das Inkassounternehmen Intrum Justitia in seinem am Montag veröffentlichten «European Consumer Payment Report 2015». Demnach gaben 47 Prozent von rund 1000 in der Schweiz befragten Personen an, in den letzten 12 Monaten eine oder mehrere Rechnungen nicht bezahlt zu haben.

Zahlungsfaul bei Steuerrechnungen

In den Nachbarländern, in denen die Befragung ebenfalls durchgeführt wurde, ist die Zahlungsmoral deutlich besser. So beträgt der Anteil der Zuspätzahler in Frankreich nur 31 Prozent, in Deutschland und Österreich 39 Prozent. Mit einem Anteil von 44 Prozent liegt Italien genau im europäischen Durchschnitt.

Besonders zahlungsfaul erweisen sich die Schweizerinnen und Schweizer bei der Begleichung von Schulden sowie bei Rechnungen vom Staat und von Ärzten. Nur 68 respektive 71 Prozent der Befragten gaben an, Steuerrechnungen und Schulden rechtzeitig zu bezahlen. Bei Arzt- und Zahnarztkosten beträgt dieser Anteil 76 Prozent.

Miete wird zuerst bezahlt

Markant besser dagegen ist die Zahlungsmoral bei den Mieten. 93 Prozent gaben an, diese pünktlich zu zahlen. Vergleichsweise flink werden auch die Rechnungen fürs Internet und das Festnetztelefon beglichen (je 85 Prozent).

Gemäss dem Inkassounternehmen liegt dabei der Schluss nahe, dass die Zahlungsmoral unmittelbar von den drohenden kurzfristigen Folgen abhängt. Wer riskiert, aus der Wohnung geworfen zu werden, ist offenbar bereit, schnell zu zahlen. Bei Steuern dagegen droht keine Kündigung. Generell erachten rund 80 Prozent der Studienteilnehmenden pünktliches Zahlen als wichtig.

Scheidungen als grösstes finanzielles Risiko

Deutliche Unterschiede zwischen der Schweiz und den Nachbarländern gibt es auch bei den möglichen Ursachen für finanzielle Probleme. Während in Italien, Österreich und Frankreich vor allem die Steuern das Budget der Befragten aus dem Gleichgewicht bringen, sind es in der Schweiz gescheiterte Ehen.

Rund ein Drittel gab in der Befragung an, dass eine Scheidung sehr grosse Auswirkungen auf ihre finanzielle Situation haben würde. Auch in Schweden und in Norwegen wurde diese als Hauptgrund genannt. In Deutschland dagegen sind es die Benzinkosten.

SDA/dia

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