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Kanadas Notenbankchef bringt Libor-Abschaffung ins Spiel

Ottawa Als Konsequenz aus dem Libor-Skandal bringt ein führender Notenbanker eine Abschaffung des Referenz-Zinssatzes ins Spiel.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, sollte sich herausstellen, dass der Libor nicht mehr funktionieren könne, sagte am Mittwoch der kanadische Notenbankchef Mark Carney. Eine Alternative sei, den Libor aufzugeben, sagte Carney, der dem einflussreichen Finanzstabilitätsrat vorsitzt. «Sollte der Zins strukturelle Mängel haben, die nicht beseitigt werden können - was denkbar ist - könnte es verschiedene Ansätze geben.» Nach Auskunft eines Sprechers von Carney sollen Notenbanker ab dem 9. September bei einem Treffen in Basel über Reformen beraten. Die Diskussionen sollten in den dann folgenden Tagen im Steuerungskomitee des Finanzstabilitätsrates fortgesetzt werden. Der Gouverneur der Bank of England Mervyn King drängte Zentralbankkreisen in einem Brief an führende Notenbanker auf «radikale Reformen des Libor-Systems». Die Glaubwürdigkeit des Libor ist beschädigt. In der Finanzkrise von 2007 bis 2009 manipulierten offenbar mehrere Banken den Satz, um ihre Finanzierungskosten zu verschleiern und zusätzliche Gewinne zu machen. Der Libor dient als Grundlage für Finanztransaktionen wie Hypotheken und Derivaten im Gesamtvolumen von 360 Billionen Dollar und basiert auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten am Geldmarkt.

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