3-Tage-Job ist optimal für über 40-Jährige

Wer nur drei Tage die Woche arbeitet, tut Gutes für sein Gehirn. Allerdings gilt das nicht für jüngere Arbeitnehmer.

Physischer und psychischer Stress bei langen Arbeitszeiten: Während einer Messe in Erfurt legen Köche eine Ruhepause ein. (Archivbild)

Physischer und psychischer Stress bei langen Arbeitszeiten: Während einer Messe in Erfurt legen Köche eine Ruhepause ein. (Archivbild) Bild: Jens Meyer/Keystone

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Teilzeitjobs sind gut fürs Gehirn. Forscher der Universität von Melbourne wollen herausgefunden haben, dass das Gehirn am meisten leistet, wenn man nur drei Tage die Woche arbeitet. Allerdings gilt das wohl eher nur für über 40-Jährige.

Untersucht wurden die Arbeitsgewohnheiten und Intelligenztestergebnisse von etwa 3000 Männern und 3500 Frauen in Australien, die über 40 Jahre alt waren, wie das Wirtschaftsportal Bussinessinsider.de berichtet.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die kognitiven Fähigkeiten der Untersuchten mit jeder Arbeitsstunde in der Woche zunahmen — bis die Zahl 25 erreicht wurde. Mit jeder weiteren Stunde Arbeit konnten die Forscher sehen, wie die kognitiven Fähigkeiten – die Fähigkeit des Menschen, Signale aus der Umwelt wahrzunehmen und weiterzuverarbeiten – kontinuierlich wieder sanken.

Keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Colin McKenzie, einer der Autoren der Studie und Professor an der Keio-Universität in Japan, erklärt das so: «Teilzeitarbeit ist besser, um die kognitiven Fähigkeiten der Menschen zu verbessern.» Signifikante statistische Unterschiede zwischen Männern und Frauen konnte McKenzie nicht feststellen. Überrascht zeigte er sich allerdings davon, wie genau man die ideale Zahl der Arbeitsstunden bestimmen konnte.

Mehr als 25 Stunden sollen sogar schlecht für das Gehirn sein. Lange Arbeitszeiten verschlechtern die kognitiven Fähigkeiten deutlich. Diejenigen, die extrem lange Arbeitszeiten bei der Arbeit einlegten, hatten deutlich schlechtere Werte — sogar schlechtere als bei Arbeitslosen. McKenzie führt das auf den physischen und psychischen Stress zurück, den man mit langer Arbeitszeit in Verbindung bringt.

Jüngere sind belastbarer

«Für die kognitiven Fähigkeiten ist zu viel Arbeit schlimmer als gar keine», sagt McKenzie. «Zu Beginn stimuliert Arbeit die Gehirnzellen. Die mit der Arbeit verbundenen physischen und psychischen Belastungen treten dann zu einem bestimmten Punkt ein, und das hat Auswirkungen auf die Vorteile, die man von der Arbeit hat.»

Allerdings vermutet der Professor, dass lange Arbeitszeiten nicht so schädlich für Menschen unter 40 sind: «Meine persönliche Vermutung ist, dass die Erholungsfunktion des Gehirns bei jüngeren Menschen ein wenig anders aussieht.» Was längere Arbeitszeiten auf längere Dauer angehe, seien jüngere Menschen belastbarer, resümiert McKenzie. (nag)

Erstellt: 21.04.2016, 07:17 Uhr

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