Blindbewerbungen sind erstaunlich effektiv

Unternehmen greifen öfter auf Initiativbewerbungen als auf Empfehlungen durch Headhunter zurück. Aber ohne Arbeitszeugnis geht gar nichts.

54 Prozent der Unternehmen berücksichtigen Bewerbungen, die nicht auf eine bestimmte ausgeschriebene Stelle hin erfolgen. (Symbolbild)

54 Prozent der Unternehmen berücksichtigen Bewerbungen, die nicht auf eine bestimmte ausgeschriebene Stelle hin erfolgen. (Symbolbild) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Wer einen neuen Job sucht, sollte es auf jeden Fall auch mit Blindbewerbungen versuchen. Das ist eine der Schlussfolgerungen einer Studie zum Schweizerischen Arbeitsmarkt.

Demnach berücksichtigen immerhin 54 Prozent der befragten Arbeitgeber hierzulande Blindbewerbungen in ihren Einstellungsverfahren. Im Gegensatz dazu haben Headhunter und Stellenvermittler einen schwierigeren Stand. Nur 30 Prozent bezeichneten diesen Kanal bei der Suche nach passenden Bewerbern als wichtig, wie die Studie «HR Today Research Survey» aufzeigt, die von HR Today und von Rundstedt durchgeführt wurde.

Im Bezug auf die Art der Bewerbungen wurde festgestellt, dass ohne Arbeitszeugnis in der Schweiz gar nichts geht. Arbeitgeber nutzen dieses, um sich ein Bild über ihre künftigen Mitarbeiter zu machen. Allerdings gelten die Dokumente nicht als besonders vertrauenswürdig. Viele holten daher persönliche Referenzen ein - häufig auch ohne das Einverständnis des Kandidaten.

Debatte um ausländische Fachkräfte

Daneben greift die Umfrage auch aktuelle politische Debatten wie die Beschäftigung von über-50-jährigen Arbeitskräften oder ausländischen Fachkräften auf. Laut der Studie besteht hierbei ein starker «natürlicher» Inländervorrang. Schweizer Arbeitskräfte würden also zumeist auch ohne erzwungene Regulierung gegenüber ausländischen Arbeitnehmern bevorzugt.

Umgekehrt geben die Arbeitgeber jedoch auch zu, dass die Rekrutierung von Personal aus dem EU-Raum «eher einfach» sei. Schwieriger ist es hingegen, Angestellte aus Drittländern ausserhalb der EU zu rekrutieren. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen bezeichnet diese gar als «sehr schwierig».

Betrachte man schliesslich allgemein das Thema des Fachkräftemangels, so sorge dieses vor allem in der Deutschschweiz für Gesprächsstoff. In der Romandie und der italienischsprachigen Schweiz werde hierüber deutlich weniger debattiert, so die Autoren der Studie.

Hintergrund der Befragung

Die Studie «HR Today Research Survey» wurde von April bis August 2018 vom Karriereberatungsunternehmen von Rundstedt in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift «HR Today» durchgeführt. Insgesamt nahmen 536 Personalfachkräfte aus der Schweiz an der Befragung teil. (sep/sda)

Erstellt: 29.08.2018, 07:56 Uhr

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