Experten könnten Generalisten bei CEO-Stellen den Rang ablaufen

Für Kaderpositionen stehen Experten immer höher im Kurs. Wieso sie trotzdem noch in der Minderheit sind.

Seltene Kombination aus naturwissenschaftlichem Studium, Berufserfahrung in der Unternehmensberatung und Master of Business Administration: Novartis-Chef Vasant Narasimhan.

Seltene Kombination aus naturwissenschaftlichem Studium, Berufserfahrung in der Unternehmensberatung und Master of Business Administration: Novartis-Chef Vasant Narasimhan.

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Grosse Schweizer Unternehmen werden heute mehrheitlich von Generalisten geführt. Doch diese Tage sind gezählt: Laut Kadervermittler Guido Schilling findet nämlich ein Umdenken statt. Die Konzerne setzen zunehmend auf Experten mit technischem Hintergrund.

Bei der Besetzung von CEO-Positionen stelle er fest, dass Experten bei den Kunden hoch im Kurs stünden, schrieb Guido Schilling, Chef der gleichnamigen Kadervermittlungsfirma, am Freitag in einem Newsletter. Noch sei das Profil aber rar.

Bei den 114 grössten Schweizer Arbeitgebern verfügt laut dem jüngsten Schillingreport vom vergangenen Jahr mehr als jeder zweite CEO über einen Generalisten-Hintergrund mit einem Wirtschafts- oder Jurastudium, nur rund jeder Dritte hat einen technisch-naturwissenschaftlichen Abschluss.

Unter einem Expertenprofil versteht Schilling Personen mit einem Hochschulabschluss in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik. Zum anderen zeichneten sie sich durch Branchenerfahrung und fundiertes Expertenwissen im Kerngeschäft der Wertschöpfung eines Unternehmens aus. Sie hätten einen ausgeprägten Forschungs- und Innovationsgeist und verstünden die Kultur und Motivationen seiner Mitarbeitenden, da sie selbst aus ihren Reihen stammten.

Experten bei Alpiq und Sonova

Die Kombination aus naturwissenschaftlichem Studium, Berufserfahrung in der Unternehmensberatung und Master of Business Administration (MBA) könnten aber nur wenige Chefs von Schweizer Unternehmen vorweisen. Dennoch gibt es bereits Beispiele: Eines davon ist Alpiq-Chef André Schnidrig, der derzeit allerdings wegen einer Krebserkrankung pausieren muss. Schnidrig studierte Physik an der ETH Zürich und verfügt über einen MBA. Weitere Beispiele sind Sonova-Chef Arnd Kaldowski oder Novartis-Chef Vasant Narasimhan.

Dass sie damit heute noch in der Minderheit sind, führt Schilling auf den unterschiedlichen Werdegang zurück: Während Generalisten ihr Studium häufiger mit dem Ziel anträten, dereinst Manager zu werden, hätten Experten oft einen anderen Traumberuf vor Augen.

Die Vermittlungsfirma veröffentlicht jährlich im März den so genannten Schillingreport, der die Geschäftsetagen von grossen Schweizer Unternehmen unter die Lupe nimmt. (sep/sda)

Erstellt: 14.02.2020, 13:04 Uhr

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