In Rente mit 52

Das ist ein Traum von vielen, Patrick Pichette macht ihn wahr: Schluss mit Arbeit, ab auf Reisen! Der Google-Manager lässt aber ein kleines Türchen offen.

Ein Lebemann geht auf Reisen: Google-Finanzchef Patrick Pichette.

Ein Lebemann geht auf Reisen: Google-Finanzchef Patrick Pichette. Bild: Reuters

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Mit gerade einmal 52 Jahren hat Googles Finanzchef Patrick Pichette seinen Ruhestand angekündigt. Anfang März habe Pichette das Unternehmen informiert, in Rente gehen zu wollen, schrieb der US-Internetkonzern am Dienstag in einem Dokument an die Börsenaufsicht SEC. Demnach zieht sich Pichette innerhalb der nächsten sechs Monate aufs Altenteil zurück. Zuvor wolle er noch die Suche nach einem Nachfolger begleiten und an diesen die Geschäfte übergeben.

Pichette begründete seinen Schritt in einem Eintrag auf der Internetplattform Google+ ganz simpel: Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, vor allem mit seiner Frau Tamar. Die Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen, sei während einer Reise zum Kilimandscharo in Tansania im vergangenen Herbst aufgekommen. Seine Frau habe ihm damals vorgeschlagen, die Welt zu erkunden, da die drei Kinder aus dem Haus seien.

«Ich konnte kein geeignetes Argument finden, um Tamar zu sagen, dass wir damit warten sollten, uns unsere Rucksäcke zu schnappen und loszuziehen», schrieb der 52-Jährige auf Google+. Wenn die «lange Liste an Reisen und Abenteuern» abgearbeitet sei, bleibe immer noch Gelegenheit durch einen «glücklichen Zufall» auf nächste Führungsaufgaben zu stossen. Pichette war seit 2008 bei Google. Zuvor arbeitete er unter anderem für die Unternehmensberatung McKinsey.

Brückenbauer zu Investoren

Der Manager spielte in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen dem Internetkonzern und Wall-Street-Investoren. Unter anderem musste er sie überzeugen, dass Google nicht zu viel Geld für Zukunftsprojekte mit ungewissem Ausgang wie selbstfahrende Autos oder Ballons mit Antennen zur Internet-Versorgung ausgebe.

Der Konzern setze das Geld dafür genauso diszipliniert ein, wie einst etwa für das mobile System Android, sagte Pichette in der Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen.

Zuletzt entpuppte sich unter den neuen Projekten die Datenbrille Google Glass als Problemfall: Statt des seit Jahren erwarteten breiten Marktstarts wurde die erste Version eingestellt. Ein neues Modell sei in Arbeit, hiess es. Sein Geld verdient Google unterdessen nach wie vor zu rund 90 Prozent mit Werbung im Umfeld von Suchanfragen und auf Partner-Websites.

(AFP/sda)

Erstellt: 11.03.2015, 09:31 Uhr

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