Ueli Schmezer will Radio- und Fernsehdirektor werden

Der «Kassensturz»-Mann hat sich beworben. Urs Leuthard sagt ab.

Ueli Schmezer ist seit 1996 Moderator beim «Kassensturz» und wurde 1999 stellvertretender Redaktionsleiter. Fotos: PD

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Schmezer möchte seine Bewerbung nicht weiter kommentieren. In Radio- und Fernsehkreisen, die Schmezers Kandidatur unterstützen, heisst es, der «Kassensturz»-Moderator könne für sich in Anspruch nehmen, aus 30 Jahren Erfahrung Radio und Fernsehen bestens zu kennen. Und aufgrund seiner Popularität könne er die Sendeanstalt auch bestens nach aussen vertreten.

Der 57-jährige Schmezer arbeitete als Moderator und Mitbegründer der Talksendung «Focus» bei SRF 3. Beim Fernsehen war er unter anderem Moderator beim «Zischtigsclub». 1996 wechselte er als Moderator zum «Kassensturz» und wurde 1999 stellvertretender Redaktionsleiter.

Trotz seiner langen SRF-Karriere könnte Schmezer chancenlos bleiben. Zwar wünschen sich viele SRG-Kaderleute wie etwa Urs Leuthard einen Radio- und Fernsehdirektor mit «journalistischem Hintergrund». Das Anforderungsprofil und die Aufgaben verlangen aber nach einer Person, die auch Managererfahrung mitbringt. SRF muss sparen und reorganisiert werden. Ein Stellenabbau ist praktisch sicher. Zudem warten mit der Neukonzessionierung politische Auseinandersetzungen, die auch vom Radio- und Fernsehdirektor geführt werden müssen.

Das verlangte Stellenprofil war unter anderem ein Grund, weshalb sich «Tagesschau»-Chef Leuthard nicht für den Job beworben hat. Auch Fernseh-Chefredaktor Tristan Brenn hat kein Interesse, wie er auf Anfrage mitteilt.

Auch Fischlin, Wille und Wappler genannt

Als aussichtsreicher Kandidat wurde dagegen SRF-Sportchef Roland Mägerle genannt. Zuständig vor allem für Sport-Grossprojekte gilt Mägerle hausintern als Managertyp. Als weitere Kandidaten werden «10 vor 10»-Moderatorin Susanne Wille, «Tagesschau»-Mann Franz Fischlin und Nathalie Wappler gehandelt. Sie arbeitet seit 2016 als Programmdirektorin beim MDR und war vorher in verschiedenen Funktionen im Kulturbereich von SRF tätig.

Mägerle, Fischlin, Wille und Wappler hatten eine Anfrage vorerst unbeantwortet gelassen. Inzwischen teilten Mägerle und Wille mit, dass sie sich nicht beworben hätten.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 25.08.2018, 21:02 Uhr

SRF-Sportchef Roland Mägerle.

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