Kommt bei der Credit Suisse der grosse Sparhammer?

Fünf Fragen und Antworten zum Investorentag der Schweizer Grossbank.

Irgendwie bleibt da heute einiges verdeckt, auch wenn das Sparziel in Franken klar ist: CS-Chef Tidjane Thiam und eine Assistentin an einer Konferenz der Grossbank. (Archiv)

Irgendwie bleibt da heute einiges verdeckt, auch wenn das Sparziel in Franken klar ist: CS-Chef Tidjane Thiam und eine Assistentin an einer Konferenz der Grossbank. (Archiv) Bild: ENNIO LEANZA/Keystone

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Am heutigen Investorentag hat die CS angekündigt, die Kosten weiter zu senken und die Gewinnziele in zwei Geschäftsbereichen zu reduzieren. Zum befürchteten Stellenabbau blieb CS-Chef Tidjane Thiam aber vage. Insgesamt scheint das Bild für die Aktionäre heute zu stimmen. Die CS-Aktie legte am Morgen um gegen 8 Prozent zu.

Worum geht es?
Das Umfeld ist für Banken schlecht. Das macht es für die Bank in einzelnen Märkten schwierig, Geld zu verdienen. Gleichzeitig sind die Ausgaben der CS relativ hoch. Die CS spart also, um profitabler zu werden. Wie die Bank künftig mehr Geld verdienen will, wird aber auch nach der Medienkonferenz nicht klar. Die CS verspricht aber mehr Investitionen in die Informatik. Sie soll dafür sorgen, dass die Bank in Zukunft produktiver wird. Im Vordergrund steht aber das Sparen.

Was ist heute neu?
Die CS will die Kosten weiter senken. Ende 2018 sollen die gesamten Ausgaben der Bank um 1 Milliarde Franken tiefer sein, das gab CS-Chef Tidjane Thiam heute bekannt. Die Ausgaben sollen sich dann auf 17 Milliarden und nicht mehr auf 18 Milliarden Franken belaufen. Die Bank reduziert zudem ihre Gewinnziele bei der Asiensparte und dem internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft.

Die CS spart. Wie viele Stellen fallen weg?
CS-Chef Thiam liess sich heute Morgen keine Zahl entlocken. Er liess aber durchblicken, dass die Sparmassnahmen auch mit einer Stellenreduktion verbunden sind. Insgesamt hat die Bank unter seiner Führung 6050 Stellen gestrichen. Damit habe das Institut sein Ziel von 6000 abgebauten Stellen im Jahr 2016 bereits erreicht. 4000 davon, als die Strategie von Thiam letztes Jahr bekannt gegeben wurde. Dazu kamen noch einmal 2000 Stellen im März, als die Pläne der CS angepasst wurden.

Wo hat Thiam denn seine Ziele verpasst?
Die Ziele waren sehr hochgesteckt. Analysten gingen davon aus, dass sie nur zu erreichen sind, wenn das Umfeld stimmt. Das Gegenteil war in den letzten Monaten der Fall. Das Geschäft mit vermögenden Kunden in China harzte. Nun muss die Bank beim Asiengeschäft und dem internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft zurückbuchstabieren. Das Asiengeschäft soll 2018 neu nicht mehr einen Gewinn von 2,1 Milliarden Franken liefern, sondern nur noch 1,6 Milliarden Franken. Das entspricht einem Rückgang von rund 25 Prozent. Beim internationalen Vermögensgeschäft ist das neue Ziel um 15 Prozent tiefer als vor einem Jahr angekündigt.

Wie geht es der CS in der Schweiz?
Das Geschäft wächst. Für die Schweiz hält Thiam daher an den hochgesteckten Gewinnzielen für 2018 fest. Bereits wurden in der Schweiz in diesem Jahr Kosten von mehr als 100 Millionen Franken eingespart. Doch auch hier sollen die Ausgaben weiter sinken. Insgesamt sollen zusätzlich 200 Millionen Franken Kosten bis 2018 wegfallen. Gleichzeitig sollen die Einnahmen um bis zu 3 Prozent jährlich steigen. Der Börsengang der Schweizer Tochter der CS ist weiterhin eingeplant. Er soll im 2. Halbjahr 2017 stattfinden, wenn es die Börsenlage zulässt.

Erstellt: 07.12.2016, 12:21 Uhr

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