Zum Hauptinhalt springen

Konjunktur Wirtschaftsforscher: Prognosen können Krisen verschärfen

Die meisten Konjunkturforscher haben ihre Prognosen während der Wirtschaftskrise 2008/09 laufend korrigieren müssen.

Der deutsche Wirtschaftsforscher Klaus Zimmermann fordert einen kritischeren Umgang mit den Vorhersagen. «Es besteht die Gefahr, dass die Prognosen den tatsächlichen Wirtschaftsverlauf beeinflussen», sagte Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), am Montag in Zürich. Besonders Voraussagen, die früh in einem laufenden Jahr für das folgende Jahr gemacht würden, seien extrem unsicher. Die Veröffentlichungen von Konjunkturaussichten hätten einen geradezu «rituellen» Charakter. Medien, Regierungen und die Wissenschaftler selbst seien stark darauf konzentriert, sagte Zimmermann an der Prognosetagung der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF). Über die längere Frist seien die Prognostiker zu optimistisch, sagte Zimmermann. Das Ausmass der Krise, die für die Weltwirtschaft im Herbst 2008 einsetzte, sei zunächst unterschätzt worden. Danach habe der tatsächliche Verlauf der Krise und der darauffolgenden Erholung die Voraussagen stark beeinflusst. Die Krise habe die Probleme der Prognosen verdeutlicht, sagte Zimmermann. Speziell die Wendepunkte zwischen Wirtschaftswachstum und -schrumpfung seien schwer vorauszusagen. «Im Grunde genommen weiss man immer erst ein paar Monate später, wo man wirklich steht», sagte Zimmermann.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch