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«1000 Schweizer Hotels sind gefährdet»

Der Tourismus leidet unter dem starken Franken. Guglielmo Brentel, Präsident der Schweizer Hoteliers, warnt vor dem Aus vieler renommierter Betriebe. Investoren aus Qatar glauben derweil an den Standort Schweiz.

«Unser Hauptkonkurrent ist der Mittelmeerraum»: Guglielmo Brentel, Präsident der Schweizer Hoteliers.
«Unser Hauptkonkurrent ist der Mittelmeerraum»: Guglielmo Brentel, Präsident der Schweizer Hoteliers.
Keystone

Der Alpentourismus in der Schweiz leidet wie keine andere Branche unter dem starken Schweizerfranken. Das Fernbleiben ausländischer Touristen bedroht viele Betriebe in der Existenz. «Rund 1000 Hotels sind aus meiner Sicht gefährdet», erklärt Guglielmo Brentel, Präsident der Schweizer Hoteliers, in der «NZZ am Sonntag».

Betroffen sind nicht nur veraltete Gasthäuser, sondern auch Betriebe, die erst vor kurzem in die Infrastruktur investiert haben. Der Höhenflug des Frankens gegenüber dem Euro hat Wanderferien in der Schweiz für Besucher aus Europa um 25 Prozent verteuert im Vergleich mit dem Vorjahr, schreibt die «NZZ am Sonntag». In den ersten fünf Monaten 2011 ging die Zahl der Übernachtungen von Deutschen und Niederländern um über 8 Prozent zurück, jene der Engländer um 6 Prozent.

Graubünden und Wallis besonders unter Druck

Am stärksten vom Rückgang betroffen sind die Kantone Graubünden, Wallis und Tessin sowie das Berner Oberland. Die Lage der Hoteliers wird durch das Ausbleiben einheimischer Touristen verschärft. Sie verbringen wegen des günstigen Euro ihre Ferien vermehrt im Ausland.

«Unser Hauptkonkurrent ist der Mittelmeerraum», sagt Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus. Die Branche müsse sich auf tiefere Erträge einstellen, erklärt er weiter. Für Preissenkungen gebe es kaum Spielraum.

Objekte in Zürich und Genf gesucht

Der Golfstaat Qatar glaubt derweil an die Schweiz als erstklassigen Tourismus-Standort: Der Staatsfonds «Qatar Investment Authority» steckt nach dem kostspieligen Umbau des «Schweizerhofs» in Bern weitere 300 Millionen Franken in die Erneuerung und Erweiterung der Bürgenstock-Betriebe, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Zudem halten die arabischen Investoren nach weiteren Standorten in der Schweiz Ausschau.

«Wir suchen Objekte in Zürich und Genf», erklärt Bruno Schöpfer, Verwaltungsrat der QDHP Swiss Management in Zug, welche die von Qatar finanzierten Projekte umsetzt und betreut. Insgesamt wolle Qatar rund 1 Milliarde Franken in die Schweizer Hotels investieren, sagt Schöpfer im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag».

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