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32'000 spanische Familien verloren ihre Bleibe – in einem Jahr

Seit Beginn der Krise 2008 sind in Spanien 400'000 Wohnungen und Häuser zwangsgeräumt worden. Wegen des umstrittenen Vorgehens haben sich bereits mehrere Betroffene umgebracht.

Verzweifelte Hausbesitzer: Eine Frau hält an einer Demonstration eine Tafel in die Höhe, auf der auf katalanisch steht: «Stopp Zwangsräumungen». (November 2012)
Verzweifelte Hausbesitzer: Eine Frau hält an einer Demonstration eine Tafel in die Höhe, auf der auf katalanisch steht: «Stopp Zwangsräumungen». (November 2012)
Keystone

Im Euro-Krisenland Spanien haben im vergangenen Jahr mehr als 32'000 Familien das Dach über dem Kopf verloren, weil sie ihre Hypothekenkredite nicht mehr bedienen konnten.

Rechtsexperten schätzen die Zahl der Zwangsräumungen in Spanien seit Beginn der Krise im Jahr 2008 auf 400'000. Genau 32'490 der 39'100 registrierten Hypothekenzwangsvollstreckungen hätten 2012 ständige Wohnsitze betroffen, teilte die Zentralbank bei ihrer ersten Studie dieser Art in Madrid mit. Vergleichszahlen aus früheren Jahren lagen nicht vor.

Illegales Vorgehen

Im März hatte der Europäische Gerichtshof das spanische Verfahren zur Zwangsräumung von Wohnungen wegen der Verletzung des Konsumentenschutzes in Hypothekenverträgen für illegal erklärt. In Spanien gab es zuletzt mehrere Massenkundgebungen gegen die umstrittenen Zwangsräumungen.

Eine Frau, die sich am 18. Februar in einer Bankfiliale aus Protest gegen die Zwangsübergabe ihrer Wohnung angezündet hatte, starb an den damals erlittenen Verletzungen, wie die behandelnden Ärzte im Krankenhaus La Fe in Valencia mitteilten. «Ihr habt mir alles genommen», hatte die 47-Jährige damals geschrien, bevor sie sich anzündete. Nach Medienberichten trieben die Zwangsräumungen bereits mehrere der verzweifelten Opfer in den Tod.

SDA/rbi

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