4 Gründe für den Börsensturz zum Jahresstart

Nur Computer-Stopps konnten einen noch schlimmeren Crash an Chinas Börsen verhindern. Auch die Schweizer Börse gibt nach – heftig erwischt es Swatch.

Plötzlich ging es nur noch abwärts: Aktienindex in Shanghai. (4. Januar 2016)

Plötzlich ging es nur noch abwärts: Aktienindex in Shanghai. (4. Januar 2016) Bild: AFP

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Nach einem starken Kursrutsch ist der Handel an den wichtigsten chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen am Montag ausgesetzt worden. Weil der beide Börsenplätze abdeckende Aktienindex CSI 300 um sieben Prozent einbrach, griff ein neuer Mechanismus, der für diesen Fall einen Handelsstopp für den Rest des Tages vorsieht. Zuvor hatte eine Pause von 15 Minuten keine Beruhigung an den Märkten gebracht.

Beim verfrühten Handelsschluss am Montag stand der Leitindex der Shanghaier Börse 6,85 Prozent im Minus bei 242,52 Punkten. In Shenzhen betrug das Minus 8,19 Prozent, der Leitindex schloss bei 2119,90 Punkten. Beeinflusst unter anderem von der chinesischen Entwicklung schloss auch die Börse in Tokio am Montag deutlich im Minus. Der Nikkei-Index verlor 3,06 Prozent und lag zu Handelsschluss bei 18'450,98 Punkten.

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Der Deutsche Aktienindex (DAX) startete ebenfalls mit einem deutlichen Minus ins neue Jahr. Der Leitindex gab zu Handelsstart an der Börse in Frankfurt am Main um rund drei Prozent nach. Der Kurs fiel von 10'743 Punkten am letzten Handelstag 2015 auf 10'388 Punkte. Der Schweizer SMI verlor zu Handelsbeginn knapp 1,5 Prozent und baute die Verluste in Folge aus. Heftig erwischt es Swatch. Die Papiere des Uhrenkonzerns verlieren über vier Prozent.

Vier Gründe stehen für den miserablen Börsenstart ins neue Jahr:

1. Schlechte Zahlen aus der Industrie
Hintergrund des Kursrutsches am ersten Handelstag des Jahres waren neue Zahlen, wonach sich die Lage in der verarbeitenden Industrie Chinas im Dezember erneut verschlechtert hat.

2. Schluss mit Aktienmarkt-Stützung
Zudem wurden die Anleger dadurch verunsichert, dass bestimmte Stützungsmassnahmen für den Aktienmarkt bald auslaufen sollen. Seit Juli ist es Anteilseignern, die mehr als fünf Prozent eines Unternehmens besitzen, verboten, ihre Aktien zu verkaufen. Dieses Verbot endet am Freitag.

3. Yuan abgewertet
Ausserdem wertete China am Montag die eigene Währung gegenüber dem Dollar ab. Die Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 6,5032 Yuan zu einem Dollar fest. Erstmals seit mehr als viereinhalb Jahren war das Verhältnis damit schwächer als 6,5 Yuan zu einem Dollar.

4. Spannung in Nahost
Die am Wochenende eskalierten Spannungen zwischen Saudiarabien und dem Iran trugen ebenfalls zur Nervosität bei. Riad hatte am Sonntagabend die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen. Hintergrund ist der Streit über die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitisch geprägten Saudiarabien, die im schiitisch geführten Iran zu wütenden Protesten führte. Ökonomen befürchten, dass der Konflikt der beiden Öl-Exportländer die Versorgung beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben könnte, wie ein Marktbeobachter erklärte. Der Ölpreis zog am Montag bereits an. Die im internationalen Handel prägende Marke Brent wurde um 40 Cent teurer. Das Barrel kostete in London 37.68 Dollar. (cpm/afp/dpad)

Erstellt: 04.01.2016, 09:08 Uhr

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