Afrika verliert zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung durch Steuertricks

Über verschachtelte Firmengebilde verschieben globale Unternehmen ihre Gelder. Afrika muss so auf 38,4 Milliarden Dollar im Jahr verzichten, mehr als die Hälfte der Ausgaben für die Gesundheitsversorgung.

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Steuerflucht und Gewinnverschiebungen durch Unternehmen kosten afrikanische Staaten rund zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. Die riesigen Verluste entsprechen mehr als der Hälfte der Ausgaben für ihre Gesundheitsversorgung, wie die Organisation Oxfam berichtete.

Die G20-Staaten müssten die Steuerregeln «neu schreiben und die verlorenen Milliarden Afrikas zurückholen», forderte Oxfam vor Beginn des Gipfels der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im russischen St. Petersburg.

«Kaputtes Steuersystem»

Die Hilfsorganisation appellierte an die G20-Führer, konkrete Massnahmen zu ergreifen, «um ein kaputtes Steuersystem zu reparieren, das Firmen erlaubt, Milliarden von Dollars aus Afrika abzusaugen».

Global operierende Unternehmen stellten sich über verschachtelte Firmengebilde selbst fälschlicherweise Leistungen in Rechnung und verschöben somit ihre Gelder, um zu verhindern, dass sie in den Ländern Steuern zahlten, wo sie eigentlich tätig seien.

Afrika müsse so auf 38,4 Milliarden Dollar im Jahr verzichten, die für den Kampf gegen Armut oder zur Ankurbelung der Wirtschaft gebraucht werden könnten. Ginge den G20-Staaten selbst ein ähnlich hoher Anteil ihres Bruttoinlandsproduktes verloren, würde es ein Loch von 1,2 Bio. Dollar in ihre Kassen reissen, rechnete Oxfam vor. (kle/sda)

Erstellt: 04.09.2013, 23:27 Uhr

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