Hintergrund

Aktienrally: Einsteigen, abwarten, rausgehen?

Was Analysten Anlegern raten, die vom Aktienrally profitieren wollen. Welche Titel empfohlen werden und was für Warnsignale bereits zu sehen sind.

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«Wer risikoscheu ist, soll nicht jetzt noch schnell auf den fahrenden Zug aufspringen», sagt Sven Bucher, Chef Aktien-Research bei der ZKB. Der Hintergrund für diese Aussage ist klar. Seit zirka vier Monaten legen die Aktienmärkte zu. «Wir hatten einen schönen Run von rund 20 Prozent auf den Indizes», sagt Bernd Hartmann, Leiter Investment Research, bei der Liechtensteiner VP Bank.

Zwar sind beide Analysten überzeugt, dass das jüngste Aktienrally gerechtfertigt ist. Tatsächlich haben sich die schlimmsten Szenarien nicht bewahrheitet: keine Staatspleiten, Konjunkturaufhellung in den USA und abgewendete Kreditklemme in den Eurostaaten. Hartmann sagt aber auch: «An den Aktienmärkten geht es sicher nicht im gleichen Stil weiter.»

Defensive Werte mit guter Dividendenrendite

Wer trotzdem von der positiven Grundstimmung profitieren will, für den haben die Experten ein paar Tipps: «Wir empfehlen defensive Titel mit guter Dividendenrendite. Das kann Zurich FS sein oder auch Novartis, Baloise und Helvetia», sagt Hartmann. Auf Dividendenrendite setzt auch Bucher: «Interessant sind Anlagen von defensiven Titeln mit einer guten Dividendenrendite wie beispielsweise Novartis und Nestlé. Aber auch Zykliker wie ABB und Sulzer.»

Mit den Empfehlungen zeigen die beiden Analysten gleich auch, dass weiterhin Vorsicht geboten ist. «Auf Rückschläge muss sich jeder gefasst machen. Der Prozess zur Gesundung der europäischen Staatsfinanzen wird mehrere Jahre dauern», stellt Bucher klar.

Zu wenig Volumen, trügerisch kleine Volatilität

Hartmann spricht bereits von «Warnsignalen» und nennt diese in drei Punkten:

  • Erstens seien die Handelsvolumen tief, für eine Weiterführung des Rallys bräuchte es eine Beschleunigung, es müssten neue Investoren wie Pensionskassen oder andere Institutionelle vermehrt in den Aktienmarkt reinkommen. Genau das Gegenteil sei aber im Moment der Fall. «Wir sehen eher einen Rückgang der Volumen.»
  • Zweitens hätten zuletzt die Konjunkturindikatoren die Erwartungen mehrheitlich übertroffen. «Dass der Newsflow noch positiver wird, ist schwierig.» Das wiederum erhöhe das Risiko für Rückschläge, bei negativen Nachrichten, so Hartmann.
  • Drittens sei die Volatilität zurückgegangen. Und das sei trügerisch. «Ich sehe Volatilitätswerte, die denjenigen vom Juli 2011 entsprechen. Im August ging es dann kräftig bergab», warnt Hartmann.

Wie man sich vor Rückschlägen schützt

Wer trotz den Warnsignalen jetzt einsteigt, für den gibt es ein paar Regeln vom Experten: Nicht alles auf einmal investieren, sondern gestaffelt zukaufen, differenziert anlegen und nicht nur auf einzelne Titel setzen und sich wenn möglich – zum Beispiel mit Optionen – vor Rückschlägen schützen.

Auch für risikofreudigere Anleger sieht Hartmann Chancen. «Der Wandel in den Schwellenländern hin zu mehr Binnenkonsum – gerade in China ist das zum Ziel erklärt worden – bietet gute Möglichkeiten für die Anleger. Luxusgüteraktien wie Swatch oder Richemont werden von dieser Entwicklung profitieren aber auch dort ansässige Konsumgüterfirmen.»

Unsicherheit bei Finanztiteln

Zurückhaltung zeigen die beiden Marktexperten für Titel der Finanzbranche. «Die Verunsicherung bezüglich Finanztitel ist noch immer gross. Zwar haben sie von der zusätzlichen Liquidität der EZB profitiert. Aber die strukturellen Herausforderungen für die Branche sind enorm, die Margen rückläufig», sagt etwa Hartmann. Etwas optimistischer tönt es bei Bucher: «Bei den Finanztiteln hat sich die Lage sicher stabilisiert, sodass das Risiko bei einer Anlage kleiner geworden ist. Trotzdem gilt auch hier: Es gibt Unklarheiten bezüglich dem regulatorischen Umfeld und die langfristigen Gewinnaussichten bei diesen Unternehmen sind unsicher. Was den Steuerstreit betrifft: Da ist in den Aktienpreisen sicherlich bereits einiges drin.»

Erstellt: 15.03.2012, 17:05 Uhr

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