Arbeitslosigkeit sinkt in den USA auf 6-Jahres-Tief

Erstmals seit der Finanzkrise liegt die Arbeitslosenrate wieder unter 6 Prozent. Im September wurden deutlich mehr Jobs geschaffen als erwartet. Dollar und Börsen reagierten umgehend.

Das Ziel ist eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent: Ein Laden in New York sucht Personal.

Das Ziel ist eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent: Ein Laden in New York sucht Personal. Bild: AFP

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Die Arbeitslosenquote in den USA ist im September auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren gefallen. Wie das Arbeitsministerium in Washington heute mitteilte, ging die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat um 0,2 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent zurück.

Dieses Niveau verzeichnete der US-Jobmarkt zuletzt im Sommer 2008, bevor die Finanzkrise mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers eskalierte. Die US-Wirtschaft schuf den Angaben zufolge im September 248'000 zusätzliche Stellen. Analysten hatte mit 210'000 neuen Jobs gerechnet.

Augustzahlen nach oben revidiert

Arbeitskräfte waren demnach vor allem im Dienstleistungssektor, im Gesundheitswesen und im Einzelhandel gefragt. Das eher enttäuschende Stellenwachstum im August wurde nachträglich um 38.000 auf 180.000 angehoben. Die Arbeitslosigkeit wird in den USA auf Grundlage einer Erhebung in den Haushalten berechnet, bei der Stellenzahl stützt sich das Ministerium auf eine Unternehmensumfrage.

Viele geben Jobsuche auf

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen ging den Angaben zufolge um 329'000 auf 9,3 Millionen zurück. Knapp ein Drittel von ihnen sind bereits seit mehr als sechs Monaten auf der Suche nach einem Job. Ausserdem mussten sich 7,1 Millionen Menschen mit einer Teilzeitstelle zufrieden geben, obwohl sie lieber Vollzeit arbeiten würden.

Und noch immer haben viele Menschen in den USA ihre Bemühungen um eine Stelle aufgegeben: Der Anteil der Beschäftigten und aktiv Arbeitssuchenden an der Gesamtbevölkerung im arbeitsfähigen Alter verharrte mit 62,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Ende der 70er Jahre.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist von entscheidender Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve, die Ende des Monats ihre nächste Zinsentscheidung trifft. Die Fed bereitet derzeit den Ausstieg aus der vor rund sechs Jahren begonnenen Niedrigzins-Ära nach der Wirtschafts- und Finanzkrise vor. Noch im Herbst dürfte das Milliardenprogramm zum Aufkauf von Staatsanleihen auslaufen, einen Anstieg des Leitzinses erwarten die Märkte für 2015. Die jüngsten Signale vom Jobmarkt dürften die Fed in ihrem Kurs bestärken.

Börsen reagieren optimistisch

Die Reaktion der Anleger auf die positiven Arbeitsmarktdaten folgte umgehend. In den USA legten die Leitindizes Dow Jones und S&P 500 bei Handelsbeginn um 0,8 bis 0,9 Prozent zu. Der US-Dollar avancierte gegenüber dem Euro ein weiteres Mal. Die europäische Einheitswährung war nur noch gut 1,25 Dollar wert.

Auch in Europa wurde die Kunde positiv aufgenommen. Die Börsen in London, Paris, Mailand und Madrid lagen kurz nach 16 Uhr 1 bis 1,3 Prozent im Plus (Frankfurt blieb wegen eines Feiertags geschlossen). Vor Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten lag der Schweizer Leitindex SMI noch im Minus, danach legte er zu und stand nach 16 Uhr um rund 0,5 Prozent im Plus. (ldc/rub/AFP)

Erstellt: 03.10.2014, 14:57 Uhr

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