Argentinien gibt den Devisenhandel frei

Der neue argentinische Präsident Mauricio Macri löst eines seiner Wahlversprechen ein: Er hebt die seit Jahren geltenden Devisenkontrollen auf.

In ganz Argentinien gilt nun ein einheitlicher Kurs: Dollar- und Peso-Scheine. (Archivbild)

In ganz Argentinien gilt nun ein einheitlicher Kurs: Dollar- und Peso-Scheine. (Archivbild) Bild: Victor R. Caivano/Keystone

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Die neue argentinische Regierung von Präsident Mauricio Macri hat die seit etwa vier Jahren geltenden Devisenkontrollen weitgehend aufgehoben. Mit der Freigabe des Devisenhandels wird eine starke Abwertung der argentinischen Währung erwartet.

Ab Donnerstag werde es für alle Akteure am Markt einen einheitlichen Kurs des Peso zum US-Dollar geben, der frei gehandelt werden könne, erklärte Finanzminister Alfonso Prat-Gay am Mittwoch in Buenos Aires. Die Zentralbank werde im Devisenmarkt intervenieren, um übermässigen Schwankungen vorzubeugen.

Wahlversprechen eingelöst

Rund 20 Milliarden Dollar sollen aus verschiedenen Quellen im Laufe der kommenden vier Wochen in die Zentralbank fliessen, um die im vergangenen Jahr auf knapp 25 Milliarden Dollar geschrumpften Devisenreserven zu stärken, sagte der Finanzminister weiter.

Die Freigabe des Devisenhandels war eines der wichtigsten Wahlversprechen Macris, der vor einer Woche das Präsidentenamt übernahm.

Wechselkurs täglich festgelegt

Seine Vorgängerin Cristina Fernández de Kirchner hatte Ende 2011 den Devisenhandel stark eingeschränkt, um den starken Abfluss von Devisen zu stoppen. Sowohl Importe als auch Überweisungen von Gewinnen der Filialen internationaler Unternehmen an ihre Stammhäuser waren von den Massnahmen betroffen.

Bisher war ein täglich wechselnder Wechselkurs zum Dollar festgelegt worden, zuletzt von 9,83 Peso. Es gab aber für bestimmte Bereiche Ausnahmen und andere Kurse. Auf dem Schwarzmarkt wurde der Dollar zuletzt für 14,55 Peso gehandelt. Die Zentralbank hatte am Dienstag den Leitzins auf 38 Prozent angehoben, um eine Flucht der Sparer in Dollar-Investitionen zu verhindern. (chk/sda)

Erstellt: 17.12.2015, 04:05 Uhr

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