Bank of England startet eine weitere Runde Quantitative Easing

Die englische Notenbank weitet ihr Programm zum Kauf von Wertpapieren auf 375 Milliarden Pfund aus. Dies gab die Bank of England heute bekannt. Der Leitzins bleibt unverändert bei 0,5 Prozent.

Pumpt weiter Geld in die Finanzmärkte: Bank of England in London.

Pumpt weiter Geld in die Finanzmärkte: Bank of England in London. Bild: Keystone

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Die Bank of England hat sich zu einer geldpolitischen Lockerung entschlossen. Um die Rezession in Grossbritannien zu bekämpfen, weitet die englische Notenbank ihr Programm zum Kauf von Wertpapieren auf die Summe von 375 Milliarden Pfund aus. Die Ausweitung um 50 Milliarden Pfund wurde im Vorfeld von Finanzanalysten erwartet und von den Finanzmärkten weitgehend eingepreist.

Den Leitzins auf Bankreserven belässt die Notenbank bei 0,5 Prozent. Wie die Bank of England in einer Mitteilung schreibt, ist die britische Wirtschaft im ersten Jahr kaum gewachsen. Für die verbleibenden zwei Quartale 2012 erwartet die Bank of England einen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Die Eurokrise belaste auch die britische Wirtschaft, schreibt die Notenbank.

50 Milliarden in 4 Monaten

Die von Gouverneur Mervyn King geleitete Behörde fällte ihren heutigen Entscheid vor dem Hintergrund einer rückläufigen Inflation. Im Mai stiegen die Verbraucherpreise in Grossbritannien um 2,8 Prozent. Vor Monatsfrist war die Inflation noch über 3 Prozent gelegen. Laut der Bank of England sollten fallende Rohstoffpreise und die trübe Wirtschaftslage dazu beitragen, dass die Preissteigerung sich weiter verlangsamt und unter das von der Notenbank angestrebte Ziel von 2 Prozent fällt.

Die Quantitative-Easing-Massnahmen der Bank of England laufen seit der Finanzkrise im Jahr 2008. Im Rahmen des Programms kauft die Notenbank britische Staatsanleihen sowie Obligationen von Unternehmen mit hoher Bonität. Die Käufe sollen zur Stützung der Preise auf den Finanzmärkten dienen und so indirekt die Wirtschaft ankurbeln. Die heute angekündigte Ausweitung des Programms soll über die nächsten vier Monate hinweg stattfinden.

Auf den Finanzmärkten gaben die Renditen auf englische Staatsanleihen leicht nach. 10-jährige Gilts fielen um 5 Basispunkte auf 1,68 Prozent. Das Pfund notierte gegenüber der US-Währung bei 1.5560 Dollar, was einer Schwächung um 0,2 Prozent entspricht. (ssc)

Erstellt: 05.07.2012, 13:09 Uhr

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