Das Ausland, der drittgrösste Supermarkt der Schweiz

Von einem solchen Tempo beim Wachstum können die Detailhändler nur träumen.

Einkäufer aus der Schweiz warten vor dem Grenzposten in Konstanz auf das Abstempeln ihrer Ausfuhrscheine. Foto: Keystone

Einkäufer aus der Schweiz warten vor dem Grenzposten in Konstanz auf das Abstempeln ihrer Ausfuhrscheine. Foto: Keystone

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Rund 3,4 Milliarden Franken haben Schweizer Konsumenten letztes Jahr in ausländischen Supermärkten ausgegeben – 14 Prozent mehr als im Vorjahr (siehe Grafik). Der Einkaufstourismus hat damit laut den neusten Zahlen der Marktforschungsfirma GfK ein Rekordniveau erreicht. Oder anders gesagt: Wäre das Ausland ein Supermarkt, er würde punkto Umsatz im Schweizer Detailhandel an dritter Stelle liegen. Zwar klar hinter der Migros mit 14,5 Milliarden und Coop mit 13,9 Milliarden Franken. Aber vor Denner mit 3,2 Milliarden und Manor mit 2,8 Milliarden Franken.

Am meisten werden Lebensmittel eingekauft. Sie machen mit 2,3 Milliarden 67 Prozent der Auslandeinkäufe im Supermarktsegment aus und haben gegenüber Vorjahr um 17 Prozent zugelegt.

Insgesamt ist das Volumen der Auslandeinkäufe von Schweizer Konsumenten noch weit grösser. Inklusive aller gezielten Einkäufe, sowie Ausgaben in den Ferien, auf Ausflügen und Geschäftsreisen sowie beim Online-Shopping beliefen sie sich auf 10 Milliarden Franken und damit 7 Prozent mehr als 2012.

Ab 1. Juli gelten neue Freigrenzen beim Einkaufen im Ausland. Etwa bei Fleisch, Alkohol und Milchprodukten. In der Tendenz steigt die Menge, die zollfrei eingeführt werden darf. Es ist also naheliegend, dass der Einkaufstourismus dadurch weiter angekurbelt wird.

Enheimischer Detailhandel legt nur leicht zu

Im einheimischen Detailhandel nahmen die Umsätze letztes Jahr nur leicht zu, von 96,8 auf 97,2 Milliarden Franken (+0,4%). Seit 2010 sind die Umsätze sogar um 0,2 Prozent gesunken, nachdem sie in den neun Jahren zuvor noch um 1,3 Prozent gestiegen waren.

Im Lebensmittelhandel setzt sich der Trend hin zu kleinen Convenience-Shops fort, wie sie etwa bei Tankstellen zu finden sind. Die Umsätze in diesem Convenience-Detailhandel, zu dem GfK auch die Kioske zählt, beliefen sich im letzten Jahr auf 5,3 Milliarden Franken, ein Plus um 3,1 Prozent.

Noch schneller wächst der Online-Handel. Die Umsätze haben hier von 5,7 auf 6,25 Milliarden Franken zugelegt, was einer Zunahme von knapp 10 Prozent entspricht. Dennoch ist der Anteil, des Online-Geschäfts am gesamten Detailhandelsvolumen mit 6,4 Prozent nach wie vor gering. Allerdings gibt es je nach Produktgruppe erhebliche Unterschiede. So wird im Multimedia-Bereich oder im Textilgeschäft schon beinahe jeder dritte Franken online umgesetzt. Und vom Online-Boom profitieren bekanntlich die Paketdienstleister. (map)

Erstellt: 25.06.2014, 07:12 Uhr

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