Das Stromnetz kostet die Konsumenten neu 20 Franken mehr

Die Schweizer Stromrechnungen werden nächstes Jahr teurer ausfallen. Unabhängig von den Energiepreisen kommt es zu Zuschlägen, weil die Netzgesellschaft Swissgrid mehr Einnahmen braucht.

Kosten die Konsumenten in Zukunft mehr: Hochspannungsleitungen beim Hauptsitz der Swissgrid in Laufenburg.

Kosten die Konsumenten in Zukunft mehr: Hochspannungsleitungen beim Hauptsitz der Swissgrid in Laufenburg. Bild: Keystone

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Der Durchschnittshaushalt mit vier Personen muss im kommenden Jahr wegen eines Bundesgerichtsurteils 13.50 Franken mehr für den Strom zahlen. Hinzu kommen auch deutlich höhere Tarife für die Netznutzung, wie die Netzgesellschaft Swissgrid bekannt gab. Insgesamt steigt die Stromrechnung für einen Beispielhaushalt um 20 Franken.

Das Bundesverwaltungsgericht entschied bereits 2010, dass die Überwälzung eines Teils der Kosten für Systemdienstleistungen auf die Kraftwerkbetreiber keine rechtliche Grundlage habe. Das Bundesgericht befand nun im März, dass auch jene Kraftwerkbetreiber, die sich nicht gegen die Überwälzung gewehrt hatten, ihre Beiträge an die Systemdienstleistungskosten aus den Jahren 2009 und 2010 zurückerstattet erhalten.

Aufschlag von 0,04 Rappen

Damit muss die Netzbetreibergesellschaft Swissgrid 323 Millionen Franken zurückzahlen, wie sie mitteilte. Sie schlägt darum 2014 auf den regulären allgemeinen Systemdienstleistungstarif von 0,34 Rappen pro Kilowattstunde 0,30 Rappen für die Rückzahlungen auf.

Das wiederum findet seinen Niederschlag in der um 13.50 Franken höheren Stromrechnung für einen Vierpersonenhaushalt mit 4500 Kilowattstunden Jahresverbrauch.

Bereits 2011 musste Swissgrid einen Zuschlag auf den allgemeinen Systemdienstleistungstarif erheben, weil eine erste Gruppe von beschwerdeführenden Kraftwerken entschädigt werden musste. Der entsprechende Tarif betrug damals 0,77 Rappen pro Kilowattstunde.

Auch Tarif für Netznutzung steigt

Neben dem Dienstleistungstarif erhöht Swissgrid auch die Tarife für die Netznutzung um 19 Prozent. Auch hier ist ein Grund ein juristischer. Gemäss Rechtsprechung nämlich legte die zuständige Elektrizitätskommission diese Tarife entgegen den jeweiligen Anträgen von Swissgrid zu tief fest.

Das führte zu einer Unterdeckung, welche die Netzgesellschaft nun aufholt. Hinzu kommen Nachforderungen der Netzbesitzer.

Der zweite Grund ist der steigende Kapitalbedarf von Swissgrid für den Ausbau des Netzes. Schliesslich führen gemäss Swissgrid Sondereffekte zum Aufschlag, die 2013 tarifmindernd wirkten, 2014 aber ausfallen.

Damit steigt der jährliche Netznutzungstarif für den Durchschnittshaushalt insgesamt von 42 Franken auf 62 Franken im kommenden Jahr. Der Nutzungstarif wird damit 7 Prozent der Stromrechnung ausmachen nach 5 Prozent im laufenden Jahr. (mw/sda)

Erstellt: 02.05.2013, 09:31 Uhr

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