Der schwierigste Wohnungsmarkt der Schweiz

Genf leidet wie kaum eine zweite Schweizer Stadt an einer Wohnungsnot. Der Think Tank Avenir Suisse sagt die Probleme seien «hausgemacht» und nennt die Gründe.

«Zum Verkauf»: Freistehende Wohnungen sind in Genf eine Seltenheit. (Archivbild)

«Zum Verkauf»: Freistehende Wohnungen sind in Genf eine Seltenheit. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Probleme auf dem Genfer Immobilienmarkt sind nach Ansicht des Think-Tank Avenir Suisse hausgemacht. Der Genfer Grundstücksmarkt sei der am stärksten regulierte der Schweiz und gleichzeitig werde dort am wenigsten gebaut.

Im Bemühen um einen «gerechten Preis» für Grundstücke und Mieten, das zum Scheitern verurteilt sei, behindere das Genfer System für Bauprojekte und setze Marktmechanismen ausser Kraft. Die so geschaffene Wohnungsnot beeinträchtige die Lebensqualität der Bevölkerung, heisst es in der heute in Genf vorgestellten Studie von Avenir Suisse.

Salvi verlangt Liberalisierung

Der Leiter der Studie, Marco Salvi, sieht Lösungsansätze in der Liberalisierung der Miet- und Bodenpreise. Diese würden die richtigen Anreize für die Verdichtung der Agglomeration und die Erweiterung des Wohnangebots setzen. Mit einer angemessenen Besteuerung des Bodens (Mehrwertabgabe) stünden zudem Mittel zur Verfügung, um eine gezieltere Unterstützung einkommensschwacher Haushalte zu gewährleisten.

Von der Aufhebung des Gesetzes über den Abbruch, den Umbau und die Renovation von Wohnhäusern verspricht sich die Studie ebenfalls eine Verbesserung. Als weitere Massnahmen werden die gezielte Bebauung von bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen, sowie das Bauen in die Höhe vorgeschlagen.

Die Studie plädiert zudem für eine Einschränkung der Objekthilfe unter Beibehaltung der Subjekthilfe. Eine gezielte Belohnung von Gemeinden, die Wohnraum schaffen, sei zu erwägen. Ausserdem müsse zur Entspannung der städtischen Bausituation die Realisierung wichtiger innerstädtischer Bauprojekte forciert werden.

(mrs/sda)

Erstellt: 28.08.2012, 12:18 Uhr

Artikel zum Thema

Wohnungsnot: Stadt setzt auf Reden statt auf Regeln

Der Bund prüft Massnahmen, wie auch private Investoren günstigen Wohnraum schaffen können. Zürich setzt derweil auf eigene Methoden. Mehr...

Kleines Budget – «dramatische» Situation

Die Wohnungsnot in der Stadt trifft vor allem die Familien hart. Die Stiftung Domicil will dagegen ankämpfen, indem sie den Vermietern den Zins garantiert. Mehr...

Kreative müssen an den Stadtrand

Nach der Wohnungsnot kommt jetzt die Gewerbenot. Neue Wohnungen verdrängen Ateliers – wie etwa an der Brauerstrasse im Kreis 4. Mehr...

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Gross ist die Hoffnung: In Kashmir sucht ein indisches Mädchen am letzten Tag von Navratri, einem der wichtigsten Feste im Hinduismus, nach versenkten Münzen. (17. Oktober 2018)
(Bild: EPA/Jaipal Singh) Mehr...