Deutlich über 1.08 – Euro legt zum Franken rasant zu

Seit Tagen schwächt sich die Schweizer Währung ab. Schlagartig gewann der Euro am Nachmittag an Wert.

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Noch Ende Juni notierte der Euro zum Franken bei 1.03. Inzwischen hat die europäische Gemeinschaftswährung wieder 1.08 Franken überschritten. Der Aufstieg erfolgt rasant: Am Montag um 16:02 Uhr lag der Kurs bereits bei 1.0840. Den letzten Höchststand nach Aufhebung des Mindestkurses hatte der Euro am 19. Februar mit 1.0794 erreicht. Intraday lag der Kurs am 20. Februar gar auf 1.0813.

Freuen dürfte das die Schweizer Exportindustrie, die seit dem 15. Januar – der Aufhebung des Mindestkurses – leidet. Schubweise ging es bereits letzte Woche aufwärts. In einem Kommentar machte die VPBank die konjunkturelle Aufhellung in den Euro-Staaten für das Erstarken des Euro verantwortlich. Interventionen der Schweizerischen Nationalbank hingegen vermuteten die Bankanalysten nicht. Zugelegt zum Franken hat auch der Dollar. Er steht inzwischen bei knapp 99 Rappen und damit nur noch leicht unter der Parität.

Ein Kommentar der VPBank verwies letzte Woche auch noch auf Charttechnik: «Aus charttechnischer Sicht stellte die Marke von 1.0680 einen wichtigen Widerstand dar. Der Bruch der 1.0680 führte dann auch nahezu ruckartig zu höheren Notierungen.»

Griechenland-Hilfsprogramm rückt näher

Helfen dürfte dem Euro die jüngste Entwicklung in Griechenland. Die Regierung in Athen und ihre Kreditgeber kommen bei den Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm nach Angaben aus EU-Kreisen so gut voran, dass bereits am Dienstag eine Einigung stehen könnte. Die Gespräche kämen gut voran und eine Einigung bis Dienstag sei möglich. «Wir wollen eine Einigung bis Dienstag und alle Seiten arbeiten an diesem Ziel», hiess es.

Konkret geht es um die Einzelheiten des neuen Kreditprogramms für Athen mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Die Zeit drängt: Am 20. August muss Griechenland 3,4 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen, ohne derzeit das Geld dafür zu haben.

Sollte eine Einigung bis Dienstag gelingen, dann könnte nach Angaben aus den EU-Verhandlungskreisen das griechische Parlament am Mittwoch oder Donnerstag darüber abstimmen. Am Freitag könnten dann die Euro-Finanzminister offiziell grünes Licht geben.

Sichtguthaben bei SNB stabil

Heute gab die SNB bekannt, dass die Sichtguthaben fast unverändert sind. Die Banken haben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vergangene Woche kaum mehr Geld parkiert als in der Woche davor. Die Sichtguthaben von Banken und Bund stiegen nur leicht von 462,1 auf 462,3 Milliarden Franken, wie die SNB am Montag mitteilte.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Kauft die SNB Euro oder eine andere Währung, schreibt sie den Banken nämlich den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. (cpm)

Erstellt: 10.08.2015, 15:24 Uhr

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