Die Arbeitskosten sind in den letzten zwei Jahren kaum gestiegen

Die Spanne reicht von knapp 35 Franken pro Stunde im Reinigungsgewerbe bis 98 Franken für Firmenberater.

Tiefste Arbeitskosten der Schweiz: Im Reinigungsgewerbe fallen im Mittel 34.60 Franken an. Bild: Keystone

Tiefste Arbeitskosten der Schweiz: Im Reinigungsgewerbe fallen im Mittel 34.60 Franken an. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die höchsten Arbeitskosten in der Schweiz ­verzeichneten Unternehmens­berater mit durchschnittlich 98.23 Franken pro geleistete Stunde. Dahinter liegen die Finanzdienstleister (96.38 Franken), die Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse (92.19 Franken) sowie generell Forschung und Entwicklung (91.39 Franken).

Am anderen Ende der Tabelle rangieren die Erbringer von sonstigen persönlichen Dienstleistungen – wie etwa das Reinigungsgewerbe –, wo im Mittel stündliche Arbeitskosten von 34.60 Franken angefallen sind. Ebenfalls unter der 40-Franken-Marke verblieben das Gastgewerbe und die Beherbergung mit 36.68 Franken.

Lohnstillstand

Diese Zahlen, die sich auf das Jahr 2016 beziehen und den Industrie- und den Dienstleistungssektor umfassen, hat das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht. Im gesamtschweizerischen Mittel beliefen sich die Arbeitskosten pro Arbeitsstunde auf rund 60 Franken. Im Vergleich zu 2014 – das BFS erhebt die entsprechenden Daten nur alle zwei Jahre – ergibt das eine Zunahme von lediglich 0,7 Prozent, wie Didier Froidevaux, Sektionschef Löhne und Arbeitsbedingungen im BFS, sagte. In dieser geringen Steigerung widerspiegelt sich laut Froidevaux der Umstand, dass die Nominallöhne hierzulande in den letzten Jahren nur minimal erhöht wurden.

Die Löhne und Gehälter sind denn auch die bei weitem gewichtigste Teilkomponente der Arbeitskosten: Auf sie entfielen im Berichtsjahr ziemlich genau 80 Prozent. Dabei zeigt sich, dass jene Wirtschaftszweige, welche die höchste Wertschöpfung erzielen, auch die höchsten Löhne zahlen und somit entsprechend hohe Arbeitskosten aufweisen.

Neben den Löhnen fallen noch die Sozialbeiträge der Arbeitgebenden – mit einem Anteil von annähernd 17 Prozent – und die sonstigen Aufwendungen der Arbeitgebenden, wie etwa die Kosten für Berufsbildung und Personalrekrutierung, unter die Arbeitskosten. Nach Aussage von Froidevaux ist diese Zusammensetzung der Arbeitskosten in den vergangenen Jahren ebenfalls weitgehend stabil geblieben.

Grafik vergrössern

Auffallend dabei: Arbeitnehmende in der öffentlichen Verwaltung und in staatlich dominierten Bereichen wie Erziehung und Unterricht, Telekommunikation oder auch Wasserversorgung kommen in den Genuss überproportional hoher Arbeitgeberbeiträge für die Altersvorsorge; die entsprechenden Anteile an den Arbeitskosten bewegen sich zwischen 18 und 19 Prozent.

Doppelt so hoch wie in der EU

Umgekehrt fallen die Sozial­beiträge in der Privatwirtschaft dort am geringsten aus, wo bereits die tiefsten Löhne bezahlt werden. Sie belaufen sich im Beherbergungs- und Gastgewerbe auf 14,5 Prozent der Arbeitskosten, bei Wach- und Sicherheitsdiensten auf 14,7 Prozent.

Im Vergleich mit der EU schwingen die hiesigen Arbeitskosten weit obenaus. Laut Zahlen der Agentur SDA kostete 2016 eine Arbeitsstunde im EU-Mittel 29.27 Franken und in Deutschland 38 Franken (basierend auf aktuellen Wechselkursen).

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.08.2018, 21:31 Uhr

Artikel zum Thema

Gewerbe verlangt, dass Rentner beim AHV-Deal mitzahlen

Der Gewerbeverband lanciert einen neuen Vorschlag: Statt der Lohnbeiträge soll die Mehrwertsteuer steigen. Mehr...

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Ein Sturm brachte heftige Regenfälle mit sich: Menschen warten in Indien auf den Zug. (18. Dezember 2018)
(Bild: PIYAL ADHIKARY) Mehr...