Die Eurozone hat so viel Arbeitslose wie noch nie

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist im Februar mit 10,8 Prozent auf den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999 gestiegen. In Spanien ist die Quote am höchsten.


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Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone ist im Februar auf den höchsten Stand seit vielen Jahren gestiegen. Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat vom Montag lag sie saisonbereinigt bei 10,8 Prozent und damit 0,8 Prozent höher als im Vorjahr. Die Euro-Zone schneidet auch schlechter ab als die gesamte EU: In den 27 EU-Ländern lag die Quote im Februar bei 10,2 Prozent. Allerdings ist auch dies laut Eurostat noch der höchste Wert seit 2007.

Insgesamt waren nach Schätzungen der Behörde 24,550 Millionen Menschen ohne Arbeit, davon 17,134 Millionen in den Euro-Ländern. Von den Mitgliedstaaten verzeichneten Österreich (4,2%), die Niederlande (4,9%), Luxemburg (5,2%) und Deutschland (5,7%) die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Trotz «Jobwunders» liegt Deutschland also noch nicht an der Spitze.

Die höchsten Quoten meldeten Spanien (23,6%) und Griechenland (21,0% im Dezember 2011). Griechenland ist auch das Land, das am stärksten von der Schuldenkrise betroffen ist. Spanien hatte erst am Freitag ein neues hartes Sparprogramm aufgelegt, um der Krise zu entgehen.

Rückgänge in den baltischen Staaaten

Acht EU-Staaten registrierten über ein Jahr betrachtet einen Rückgang der Arbeitslosenquote. Demgegenüber stieg die Quote in achtzehn Ländern, in Rumänien blieb sie unverändert. Die höchsten Rückgänge wurden in Litauen (von 17,5% auf 14,3% zwischen dem vierten Quartal 2010 und 2011), Lettland (von 17,0% auf 14,6% zwischen dem vierten Quartal 2010 und 2011) und Estland (von 13,9% auf 11,7% zwischen dem vierten Quartal 2010 und 2011) beobachtet.

Die höchsten Anstiege verzeichneten Griechenland (von 14,3% auf 21,0% zwischen Dezember 2010 und Dezember 2011), Spanien (von 20,6% auf 23,6%) und Zypern (von 6,7% auf 9,7%).

(jak/dapd)

Erstellt: 02.04.2012, 11:26 Uhr

17,1 Millionen auf der Suche nach einem Job: Arbeitslose in einem Arbeitsamt im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. (Bild: Reuters )

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