Dollar fällt unter 78 Rappen – DAX stürzt ab

Trotz einer ersten Einigung im US-Schuldenstreit wurde der Dollar heute weiter abgeschwächt. Doch auch für die Börse in Deutschland war es ein schwarzer Tag.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die grundsätzliche Einigung im US-Schuldenstreit hat die Abschwächung von Dollar und Euro gegenüber dem Franken nicht gestoppt. Heute erreichten die Frankenkurse neue Höchststände.

Während sich der Dollar gegenüber dem Franken nach der Einigung in Washington am Montagmorgen (Schweizer Zeit) über 79 Rappen hielt, begann er ab Mittag an Wert zu verlieren, ehe er kurz vor 16 Uhr nach Veröffentlichung neuer Daten zur amerikanischen Konjunktur unter 78 Rappen fiel. Zeitweise notierte der Dollar auf einem Stand von 77,29 Rappen, ehe er wieder Richtung 78 Rappen und darüber kletterte.

Euro auf Talfahrt

Gleichzeitig hat der Dollar aber gegenüber dem Euro wieder sprunghaft an Wert gewonnen - er wurde wieder zu über 70 Eurocent gehandelt. Erst recht auf rasanter Talfahrt befand sich der Euro zum Schweizer Franken. Innerhalb von drei Stunden stürzte der Kurs zuerst unter die 1,13-, dann unter die 1,12- und schliesslich unter die 1,11-Franken-Marke.

Zwischen 16 und 16.30 Uhr war der Euro auf den Devisenmärkten kurzzeitig gerade noch 1,1026 Fr. wert, danach pendelte sich der Kurs zwischen 1,105 und etwas über 1,110 Franken ein.

Anleger stossen Bestände ab

Schwarzer Tag an der Frankfurter Börse: Dramatisch schlechte US-Konjunkturdaten haben den DAX nach freundlichem Start in die Tiefe gerissen. Auch die sich abzeichnende Lösung im US-Schuldenstreit konnte die Anleger nicht davon abhalten, ihre Bestände abzustossen. Der deutsche Leitindex fiel unter 7000 Punkte, er schloss bei 6954 Zählern und lag damit 2,9 Prozent im Minus. Der MDAX fiel um 1,4 Prozent auf 10'338 Punkte, der TecDAX um 0,6 Prozent auf 816 Zähler.

Hintergrund der erneuten Verkaufswelle ist der deutlich unter den Erwartungen gebliebene ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe in den USA. Schon am Freitag war die Enttäuschung am Markt gross gewesen, als das US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich schlechter ausgefallen war als erhofft. Insgesamt habe sich das Bild erneut merklich eingetrübt, sagte ein Börsenhändler. Das bekamen auch die US-Börsen zu spüren: Der Dow-Jones-Index verlor bis 18.00 Uhr MESZ 1,1 Prozent auf 12.013 Punkte, der Nasdaq-Composite 1,1 Prozent auf 2.727 Zähler. (kpn/sda)

Erstellt: 01.08.2011, 19:59 Uhr

Artikel zum Thema

Warten auf die Tea Party

Das Weisse Haus kann noch nicht aufatmen: Die Abgeordneten müssen den Kompromiss im US-Schuldenstreit zuerst absegnen. Nun herrscht Unsicherheit darüber, wie die Ultrakonservativen abstimmen werden. Mehr...

Die enttäuschten Hardliner

Ultrakonservative Republikaner und liberale Demokraten kritisieren die Einigung im US-Schuldenstreit. Sie drohen damit, im Senat gegen den Kompromiss zu stimmen. Mehr...

Goldpreis erstmals über Marke von 1630 Dollar

Edelmetall London Der Goldpreis hat am Freitag einen neuen Höchststand erreicht. Mehr...

Blogs

Geldblog Sie trauen der Börsen-Hausse nicht? So gewinnen Sie beim Crash

Von Kopf bis Fuss Hausmittel gegen Husten und Halsweh

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Warten auf den Papst: Ein Mann schaut aus seinem Papst-Kostüm hervor. Der echte Papst verweilt momentan in Bangkok und die Bevölkerung feiert seine Ankunft. (20. November 2019)
(Bild: Ann Wang) Mehr...