Euro-Franken-Kurs knackt die 1.14-Marke

Der Franken ist heute zum Euro erneut deutlich schwächer geworden. Es wird spekuliert, ob eine Intervention der SNB die Ursache dafür sein könnte.

Die Marke geknackt: Ein Euro kostete um 19.40 Uhr zum ersten Mal seit 2015 mehr als 1.14 Franken. (28. Juli 2017) Bild: Screenshot fxstreet.com

Die Marke geknackt: Ein Euro kostete um 19.40 Uhr zum ersten Mal seit 2015 mehr als 1.14 Franken. (28. Juli 2017) Bild: Screenshot fxstreet.com

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Der Kurs des Euro kletterte heute Morgen in seit lange nicht mehr gesehene Höhen. Gegen 11 Uhr musste man an den Devisenmärkten für einen Euro 1,1375 Schweizer Franken zahlen. Den ganzen Nachmittag bewegte sich der Kurs dann knapp unter 1.14 Schweizer Franken.

Um 19.40 Uhr war es dann soweit: Der Wechselkurs knackte die 1.14-Marke. Das heisst: Ein Euro kostete mehr als 1.14 Schweizer Franken. Seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Januar 2015 den Mindestkurs zum Euro aufgehoben hatte, war der Franken nie mehr so schwach. Rund zehn Minuten später fiel der Kurs dann wieder unter die 1.14-Marke zurück und tänzelte auf einem etwas höheren Niveau als am Nachmittag.

Aufwärtsbewegung der letzten Tage in Richtung 1.14 Franken: Der Euro-Kurs in Franken. (Screenshot Finanz & Wirtschaft)

Laut Analystin Antje Praefcke von der Commerzbank fehlen für den Sprung des Euro zum Franken aber stichhaltige Gründe. Sie hält es jedoch für möglich, dass die SNB die Chance genutzt habe, in einem dünnen, risikofreudigen Markt in eine Aufwärtsbewegung zu intervenieren und das EUR/CHF-Paar künstlich höher zu treiben.

Im Januar 2015 hatten die Währungshüter bei der SNB die Verteidigung der Marke von 1.20 Franken zum Euro unerwartet aufgegeben, woraufhin der Franken massiv aufwertete. Dieser «Frankenschock» macht seither vor allem der Schweizer Exportindustrie zu schaffen (eine starke Währung macht Exportprodukte teurer). Die SNB schwächt den Franken seither konsequent mit Interventionen am Devisenmarkt.

Die Entwicklung des Euro-Franken-Kurses seit der Jahrtausendwende. (28. Juli 2017) Bild: Screenshot fxstreet.com

Euro erhält Rückenwind aus Washington

Gestützt wird der Euro aber auch von Konjunkturdaten aus Frankreich. Im zweiten Quartal hatte die französische Wirtschaft das Wachstumstempo vom Jahresauftakt halten können und war erneut um 0,5 Prozent gewachsen. Im weiteren Handelsverlauf stehen viele wichtige Konjunkturzahlen aus dem Währungsraum und aus den USA auf dem Programm, die immer wieder für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen können. Unter anderem werden Inflationsdaten aus Deutschland und Frankreich sowie Wachstumsdaten aus den USA veröffentlicht.

Rückenwind für den Euro gibt es am Morgen aber auch durch die US-Politik. Erneut ist in Washington ein Versuch gescheitert, die Krankenversicherung neu zu organisieren. Das Ergebnis ist eine herbe Niederlage für die republikanische Parteiführung und für US-Präsident Donald Trump.

Am Devisenmarkt wird immer weniger mit der Umsetzung von Wahlversprechen wie zum Beispiel einer Steuerreform gerechnet. Dies belastet den Dollar und sorgt im Gegenzug für Auftrieb beim Euro. Der US-Dollar legte zum Schweizer Franken ebenfalls etwas zu. Er bewegte sich am Freitagmorgen bei 0.9670 Franken.

(mch/sep/sda)

Erstellt: 28.07.2017, 19:52 Uhr

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