Europas Banken sitzen auf 1000 Milliarden Euro faulen Krediten

Kredite, auf die keine Zinsen mehr bezahlt oder die schon gar nicht mehr beglichen werden, nahmen seit Ausbruch der Finanzkrise massiv zu. Eine neue Studie nennt Zahlen.

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Die Summe fauler Kredite in den Büchern europäischer Banken hat sich seit Ausbruch der Krise 2008 verdoppelt. Mittlerweile haben die Institute ein Volumen von mehr als einer Billion Euro (Stand Ende 2011 exakt 1050 Milliarden Euro) angehäuft, bei dem unklar ist, ob und wann sie ihr Geld zurückbekommen, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hervorgeht, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Das waren fast neun Prozent mehr als 2010, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Vor allem die Banken in den Eurokrisenländern Griechenland und Spanien hatten mehr Problemkredite in den Bilanzen. In Spanien stieg der Betrag innert Jahresfrist um 23 Prozent auf 136 Milliarden Euro, in Italien um 37 Prozent auf 107 Milliarden und in Griechenland fast um die Hälfte auf 40 Milliarden. Angesichts der schlechten Konjunkturperspektiven sei eine Trendwende in Südeuropa noch nicht zu erkennen, erklärte PWC-Vorstand Markus Burghardt.

Beruhigung in Frankreich und Britannien

Die deutschen Banken sassen demnach im vergangenen Jahr mit 196 Milliarden Euro zwar auf der grössten Summe an notleidenden Krediten, der Wert blieb dank des Aufschwungs seit 2010 aber stabil. Zuvor war das Volumen von 142 Milliarden Euro im Jahr 2008 angestiegen. In den Zahlen für Deutschland seien aber die Milliardenbeträge in den Bad Banks der WestLB und der Hypo Real Estate nicht enthalten.

Beruhigende Nachrichten gibt es den PWC-Fachleuten zufolge von Banken in Grossbritannien und Frankreich, deren Volumen an Problemkrediten zuletzt nicht mehr zunahmen.

Investoren schrecken vor Käufen zurück

Die Banken sind PWC zufolge bemüht, ihre Bilanzen zu bereinigen und problematische Kredite weiterzuverkaufen. Allerdings fehlten dafür oft die Käufer. Laut dem PWC-Bericht konnten sich die Banken 2011 gerade mal von 36 Milliarden Euro an faulen Krediten befreien, per Verkauf. Im ersten Halbjahr 2012 waren es 27 Milliarden. Im Vergleich zum Gesamtbetrag von über 1000 Milliarden ist das allerdings ein Klacks.

In besseren Zeiten kaufen Investoren bedrängten Instituten faule Kredite mit Rabatten ab – um sie später, wenn sich die Lage gebessert hat, wieder mit Gewinn abzustossen. Momentan lägen aber die Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern zu weit auseinander, sodass weniger Geschäfte zustande kommen, sagt die Studie.

PWC wertete die Geschäftsberichte der Banken sowie Daten verschiedener Notenbanken aus. Erfasst wurde den Angaben zufolge der gesamte Bankensektor. (cpm/dapd)

Erstellt: 15.08.2012, 14:22 Uhr

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