Dow Jones sackt 4,6 Prozent ab

Der Dow Jones reisst alle anderen Märkte mit. Der SMI ist über vier Prozent gefallen. Der Goldpreis erreichte vorübergehend eine historische Marke.

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Nach den massiven Verlusten an den europäischen Börsen sind am Mittwoch auch an der New Yorker Börse die Kurse abgesackt. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 4,62 Prozent bei 10'719,94 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit September 2010. Innerhalb eines Zeitraums von fast drei Wochen hat er nunmehr über 15 Prozent an Wert verloren. Der breiter gefasste S&P 500 gab am Mittwoch um 4,42 Prozent auf 1120,76 Punkte nach.

An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite-Index um 4,09 Prozent auf 2381,05 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 4,06 Prozent auf 2073,09 Punkte ein.

Auch der Swiss Market Index (SMI) rutschte um 4,12 Prozent auf 4792 Punkte hinab, nachdem er zwischenzeitlich auf knapp über 5100 Zähler geklettert war. Der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss 3,84 Prozent tiefer auf 4395,38 Punkten. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé entwickelten sich nach der Präsentation der Halbjahreszahlen mit –2,9 Prozent vergleichsweise gut. Dagegen stürzten die Titel des Personalvermittlers Adecco unter dem Eindruck der enttäuschenden Zahlen um 10,8 Prozent ab.

Kurserholung übertrieben

Am Dienstag hatte der US-Leitindex noch von Aussagen der US-Notenbank Fed profitiert. Diese hatte signalisiert, ihre faktische Nullzinspolitik voraussichtlich noch mindestens zwei weitere Jahre fortsetzen zu wollen.

Viele hielten die Kurserholung vom Vortag mittlerweile für übertrieben, sagten Börsianer. Denn schliesslich seien die Probleme an sich nach wie vor nicht gelöst. So fürchteten die Händler, dass die Europäer ihre Schuldenkrise nicht in den Griff bekämen. Zudem drohe die Erholung der US-Wirtschaft ins Stocken zu geraten.

Finanzwerte unter Druck

Vor diesem Hintergrund gerieten Händlern zufolge vor allem Finanzwerte stark unter Druck, da diese besonders sensibel auf eine drohende Abschwächung der Konjunktur reagieren.

Bereits im europäischen Handel waren zuvorderst französische Bankaktien deutlich abgerutscht, nachdem unter anderem Gerüchte über eine beeinträchtigte Kreditwürdigkeit dieses Eurolandes für höchste Aufregung gesorgt hatten. Ein Dementi hatte nicht viel geholfen.

Am Dow-Ende verloren denn auch die Titel der Bank of America 10,92 Prozent auf 6,77 US-Dollar und die Papiere von JP Morgan rutschten um 5,58 Prozent auf 34,37 Dollar ab. Die Anteilsscheine des Kreditkartenunternehmens American Express büssten 7,16 Prozent auf 42,80 Dollar ein. Auch alle anderen Index-Werte schlossen im Minus.

Walt Disney sackt ab

Die Titel von Walt Disney brachen um 9,11 Prozent auf 31,54 Dollar ein. Die Anleger fürchteten, dass das Geschäft des Unterhaltungskonzerns stark unter einer konjunkturellen Abschwächung und einer schlechten Stimmung unter den Konsumenten leiden könnte, hiess es am Markt.

Walt Disney hatte zudem am Vorabend nachbörslich Zahlen vorgelegt und bei den Erlösen im Filmgeschäft enttäuscht. Davon abgesehen aber hatten die Fernsehstationen und die Freizeitparks das Geschäft angetrieben.

Gold auf Höchststand

Inmitten der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten ist der Goldpreis erneut auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Preis für eine Feinunze (rund 31 Gramm) des Edelmetalls lag zeitweise bei 1.801 Dollar. Angesichts der Unsicherheiten an den Devisen- und Aktienmärkten wird Gold bei Anlegern immer beliebter. Der Goldpreis gilt allgemein als ein Barometer für die Angst der Anleger vor Kursverlusten und Inflation. (bru/jak)

Erstellt: 10.08.2011, 06:09 Uhr

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