Fast alle Branchen stellen wieder mehr Mitarbeiter ein

Der Uhrenindustrie und Baubranche sei Dank: Die Beschäftigung hat schweizweit um 1,2 Prozent zugenommen. Eine Branche allerdings musste sich im letzten Jahr von vielen Angestellten trennen.

Am stärksten profitierte das Gesundheitswesen: Zu-/Abnahme der Beschäftigung nach Branchen in Prozent, im Vergleich zum Vorjahr.


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Schweizer Arbeitsmarkt hält sich inmitten der europäischen Wirtschafts- und Schuldenkrise mehr als gut: Im zweiten Quartal 2012 ist die Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 Prozent angestiegen. Und die Aussichten lassen hoffen, bleiben indes von Unsicherheiten geprägt.

Insgesamt gingen im zweiten Quartal 4,027 Millionen Menschen einer Arbeit nach. Industrie und Gewerbe (sekundärer Sektor) verzeichneten einen Anstieg von 13'000 Einheiten, was einem Plus von 1,2 Prozent entspricht. Im Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor) betrug das Beschäftigungswachstum ebenfalls 1,2 Prozent oder 35'000 Einheiten, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) heute mitteilte.

Auf Vollzeitstellen umgerechnet erreichte das Beschäftigungsvolumen 3,456 Millionen, 45'000 mehr als vor Jahresfrist. Saisonbereinigt zeigt sich allerdings im Vergleich zum Vorquartal mit einem Wachstum von noch 0,4 Prozent eine nur leichte Zunahme der Gesamtbeschäftigung.

Baugewerbe legt deutlich zu

Im Gewerbe- und Industriesektor konnte insbesondere das Baugewerbe zulegen. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 1,8 Prozent. Selbst die arg gebeutelte Industrie stellte mit einem Plus von 0,9 Prozent mehr Personen ein, wie dem vierteljährlich publizierten Beschäftigungsbarometer weiter zu entnehmen ist.

Einen Rückgang musste das Gastgewerbe hinnehmen. Diese Branche verlor im Jahresvergleich 5000 Stellen (-2,3 Prozent). Die Bilanz im Dienstleistungssektor wurde jedoch unter anderem durch 13'000 ( 2,4 Prozent) zusätzliche Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen aufgewertet.

Im Jahresvergleich stieg die Beschäftigung in allen Schweizer Grossregionen. Am stärksten war der Anstieg im Espace Mittelland mit 2,0 Prozent, am schwächsten in der Nordwestschweiz mit 0,2 Prozent.

Zahl der offenen Stellen gesunken

Die Aussichten bleiben vorerst von Unsicherheiten geprägt. So ist einerseits die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 um 15 Prozent auf 47'900 Stellen gesunken.

Andererseits deute der Indikator der Beschäftigungsaussichten (1,04) an, dass sich leicht mehr Unternehmen im kommenden Quartal personell verstärken wollen, schreibt das BFS. Ein Wert höher als 1,00 deutet an, dass eine Mehrheit der Betriebe ihren Personalbestand gleichbehalten oder ausbauen will.

Konkret gaben 71,7 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen an, dass ihre Beschäftigtenzahl im dritten Quartal 2012 gleichbleiben wird. 11,6 Prozent rechnen damit, dass sie die Anzahl Stellen ausbauen werden. Und 4,7 Prozent der Unternehmen erwarten eine Reduktion der Beschäftigtenzahl.

(rbi/sda)

Erstellt: 28.08.2012, 11:00 Uhr

Artikel zum Thema

Beschäftigung in der Schweiz nimmt im ersten Quartal zu

Arbeitsmarkt Die Beschäftigung in der Schweiz ist im ersten Quartal 2012 im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht gestiegen. Mehr...

Arbeitslosigkeit bei Frauen höher als bei Männern

Arbeitsmarkt Frauen sind in der Schweiz stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. Mehr...

Arbeitslosenquote in der Schweiz im Juli stabil

Arbeitsmarkt Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im Juli stabil geblieben. Mehr...

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...