Prognose

Gegen den Touristenschwund

Während draussen noch der Herbst herrscht, laufen im Tourismus hierzulande die Vorbereitungen auf die Wintersaison. Trotz verschiedener Massnahmen rechnet man mit einem Rückgang.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Sommer im Schweizer Tourismus fiel ins Wasser. Der Gästerückgang war vor allem auf die ausbleibenden Touristen aus Deutschland zurückzuführen. Allein im August gab es aus diesem Quellmarkt 74'000 Übernachtungen (–12,3 Prozent) weniger in der Schweiz. Auch aus dem übrigen Europa waren die Gästezahlen rückläufig. Als Hauptgrund gibt die Branche den starken Franken an.

Für den Herbst hofft man bei Schweiz Tourismus, das Ferienland Schweiz mit Spezialangeboten attraktiver zu machen, etwa dem vergünstigten Kurzzeit-GA. Derweil laufen bereits die Vorbereitungen auf die Wintersaison – auch bei Schweiz Tourismus unter dem Motto «Wir tun alles für ganz erholsame Winterferien». Laut Alain Suter, Sprecher von Schweiz Tourismus, werden «die grossen Wintersport-Nationen» auch diesen Winter für die meisten Hotelübernachtungen sorgen. Die Winterkampagne läuft weltweit, doch der Fokus liegt auf den Märkten Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Belgien, Nordamerika und Russland.

«Die Talsohle ist bald erreicht»

Schweiz Tourismus setzt auch auf die Schweizer Gäste, die im vergangenen Winter für knapp die Hälfte aller Hotellogiernächte (46,5 Prozent laut Bundesamt für Statistik) verantwortlich waren. «Sie sind ihrem Land treu geblieben», sagt Suter. Zum einen war das im Winter 2011/12 der Fall (+0,1 Prozent bei den Logiernächten im Vergleich zum Vorwinter), zum anderen 2012 im wichtigen Sommermonat August (+0,9 Prozent bei den Logiernächten im Vergleich zum Vorjahresmonat).

Insgesamt ist Suter der Ansicht, dass der Schweizer Tourismus nach einer Zeit rückläufiger Entwicklung bald die Talsohle erreicht hat: «Aus diesem Grund gehen wir von leichten Rückgängen aus, nach wie vor aus der Eurozone und dem Vereinigten Königreich.» Für die kommende Wintersaison erwartet Schweiz Tourismus Rückgänge von gesamthaft zwei bis drei Prozent.

Gratis Ski- und Snowboard-Schule in Arosa

Diverse touristische Destinationen, Regionen und Leistungsträger haben für diesen Winter spezielle Angebote vorbereitet. Eine regionenübergreifende Aktion ist beispielsweise Tickets4friends.ch. Vier Freundinnen oder Freunde im Alter zwischen 14 und 24 Jahren buchen eines der Angebote – seien es Tageskarten, Übernachtungen, Wochenend-Packages, Konzerte oder Camps. Dabei bezahlen sie nur für drei Personen.

Arosa offeriert für den Winter 2012/13 den kostenlosen Besuch der Ski- und Snowboard-Schule für Kinder bis Jahrgang 1995. Voraussetzung ist der Aufenthalt von mindestens zwei Nächten in einem der teilnehmenden Hotels respektive in einer der teilnehmenden Ferienwohnungen.

Um möglichst viel aus dem kommenden Winter zu holen, setzt Schweiz Tourismus auf einen neuen Fernsehspot, Online-Massnahmen bis zu Apps für iPad und iPhone sowie das Wintermagazin «Schneeweiss». Zudem stellt Schweiz Tourismus diverse Winterangebote auf ihrer Website //www.myswitzerland.com/winter zusammen. Details zu den touristischen Massnahmen für die Wintersaison werden Ende Oktober vorgestellt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.10.2012, 16:50 Uhr

Artikel zum Thema

Haben wir die Deutschen vergrault?

Video Die Zahl der Übernachtungen ist im August weiter zurückgegangen. Insbesondere deutsche Urlauber verzichteten auf eine Reise in die Schweiz. Mehr...

Der Schweizer Tourismus hofft auf die Türken

Hintergrund Für viele hiesige Feriendestinationen war die Sommersaison enttäuschend. Nun solle ein «Notprogramm» den Hotels wieder mehr Gäste bringen. Die Zielmärkte liegen in der islamischen Welt. Mehr...

Der goldene Tourismus-Herbst

Das grosse Geld mit Reisenden fliesst in der Schweiz im Winter. SBB und Schweiz Tourismus halten mit einem Herbst-GA dagegen. Bringts das? Dazu Tourismus-Professor Christian Laesser. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Sie sind nun keine Kinder mehr: Junge Erwachsene nehmen an einer traditionellen Zeremonie in Seoul teil, bei der sie den Übertritt in ihr 19. Lebensjahr feiern. Sie dürfen nun ihre eigenen Lebensentscheidungen fällen, wählen gehen und Alkohol trinken. (20. Mai 2019)
(Bild: Ed Jones) Mehr...