«Ich hätte keine Untergrenze festgelegt»

UBS-Chef Oswald Grübel kritisiert die von der Nationalbank festgelegte Wechselkurs-Untergrenze des Frankens zum Euro. Das sei ein Spiel David gegen Goliath. Auch der Politik macht er schwere Vorwürfe.

Laute Kritik: UBS-Chef Oswald Grübel.

Laute Kritik: UBS-Chef Oswald Grübel. Bild: Keystone

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In einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» sagt der UBS-Konzernchef: «Ich hätte keine Untergrenze festgelegt – sehen Sie sich nur das Grössenverhältnis des Frankens zum Euro an.» Es sei ein Spiel David gegen Goliath. «Wir, als kleines Land mit dem Franken, können gegenüber dem Euro keinen Wechselkurs diktieren.» Grübel ist gegen die Wechselkurslimite, obwohl die UBS von der Frankenstärke enorm betroffen sei, ja sogar «stärker als jedes andere Unternehmen in der Schweiz.»

Denn Grübel sorgt sich um den Wohlstand der Schweiz. Den Reichtumsvorsprung gegenüber der EU sieht er bedroht: «Wenn wir an einem festen Wechselkurs beim Franken festhalten, wird sich das einebnen.» Auch Bundesrat und Parlament kritisiert Grübel scharf. Die Politik sei daran, «den Finanzplatz zu demontieren». Damit gebe man einen entscheidenen Wohlstandspfeiler auf.

Die Schweiz müsse sich die Frage stellen, warum sie seit dem zweiten Weltkrieg zum reichsten Land der Erde geworden sei. «Einer der Gründe», so Grübel, «ist auf jeden Fall die Entwicklung des Finanzplatzes. Leider sind wir im Moment dabei, ihn zu demontieren.» Nicht einmal die Bankenpartei FDP hält er für verlässlich: «Einige FDP-Vertreter machen heute einen Bogen um die Banken herum.» (jak)

Erstellt: 11.09.2011, 07:45 Uhr

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