«In den Hotspots sieht man jetzt langsam die Grenze»

Eigentumswohnungen werden in Zürich und Genf deutlich günstiger. Manuel Lehner vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Fahrländer Partner AG beurteilt die neusten Zahlen.

Bald günstiger zu haben?: Wohnungsbesichtigung im Mobimo Tower im Zürcher Kreis 5.

Bald günstiger zu haben?: Wohnungsbesichtigung im Mobimo Tower im Zürcher Kreis 5. Bild: Keystone

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Die Preise für Eigentumswohnungen sind im zweiten Quartal landesweit um 1,1 Prozent gesunken. Der Preisrückgang um 2,5 Prozent im Hotspot Zürich ist besonders deutlich. Eine alarmierende Entwicklung?
Nein, alarmierend ist das nicht. Dies wurde so erwartet. Das Wachstum ist in den Hotspots Zürich und Genf schon länger etwas zurückgegangen, jetzt ist es auf regionaler Ebene das erste Mal in den negativen Bereich gefallen. Das ist keine dramatische Entwicklung. Diese Abflachung hat sich abgezeichnet.

Wieso sind nur Hotspots betroffen und nicht auch ländlichere Regionen? Sind sie Vorläufer?
Das können wir im Moment noch nicht richtig sagen. Man sieht zurzeit ein Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie. In den Hotspots stiegen die Preise nun lange Zeit stärker an als in den ländlichen und periphereren Landesregionen. Dieses Preiswachstum drückt nun langsam in diese Peripherie, da Wohneigentum dort erschwinglich ist und ein entsprechendes Angebot besteht. Die Nachfrage ist eigentlich ungebremst hoch. Von dem her ist es noch zu früh, um sagen zu können, ob es sich auf die anderen Regionen ausbreiten wird. Momentan erwarten wir an peripheren Lagen weiterhin einen Anstieg der Preise.

Heisst das, der Zenit in den Hotspots könnte erreicht sein?
Man vergleicht hier ja immer Wachstumsraten. Das absolute Niveau ist natürlich weiterhin massiv höher in diesen Hotspots. Und da sieht man jetzt langsam die Grenze von dem, was im Bereich der Neufinanzierung von Wohneigentum noch möglich ist.

Warum betrifft es die Einfamilienhäuser in den Hotspots nicht?
In der Region Genfersee, einem wichtigen Hotspot, sehen wir aktuell sinkende Preise von Einfamilienhäusern. In der Region Zürich muss man die Entwicklung differenziert betrachten. Insgesamt steigen zwar die EFH-Preise in der Region, in der Stadt Zürich selbst sehen wir aber eine Seitwärtsbewegung der Preise beziehungsweise einen Rückgang im gehobenen Segment. Wobei man ergänzen muss, dass nur ganz wenige Einfamilienhäuser überhaupt gehandelt werden in diesen Hochpreissegmenten. Und da geht man davon aus, dass die potentiellen Käufer weniger von den regulatorischen Massnahmen der Banken betroffen sind.

Ist es gar eine Reaktion auf das Vorhaben des Bundesrats, die Pensionskassengelder nicht mehr für Wohneigentum einsetzen zu dürfen?
Das wäre sicher verfrüht, denn das sind jetzt die Preise der letzten drei Monate, ob dieses Vorhaben bereits eingepreist ist, lässt sich nur schwer sagen. Die Selbstregulierungsmassnahmen der Banken sowie regulatorische Massnahmen haben aber vermutlich einen Einfluss auf die Hypothekarvergaben und damit auf die Nachfrage an sehr teuren Standorten.

Erstellt: 11.07.2014, 16:59 Uhr

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